Stadtverordnete für Energiegewinnung auf Dächern

Hofgeismar prüft Solarzellen-Pflicht

Hofgeismar (Neubaugebiet Zwerger Weg) Hausdächer mit Fotovoltaikanlagen
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Spiegeln im Sonnenlicht: In Hofgeismar (hier ein Bild aus dem Neubaugebiet Zwerger Weg) sind viele, aber längst nicht alle neuerrichteten Häuser mit Solarzellen ausgestattet.

Schon bald könnten Hausbauer in Hofgeismar verpflichtet werden, bei einem Neubau auch eine Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung auf das Dach zu bauen.

Hofgeismar - Die Möglichkeiten dazu soll jedenfalls der Magistrat der Stadt prüfen, nachdem die Stadtverordneten mit 18 Ja gegen 13 Nein-Stimmen einen entsprechenden Antrag der SPD beschlossen. Das Thema sorgte für eine Debatte und am Ende sogar für eine von der CDU beantragte namentliche Abstimmung. Die Punkte zwei und drei des Antrages wurden ohne Problem einstimmig angenommen. Sie sehen vor, dass der Magistrat prüfen soll, welche stadteigenen Gebäude mit solchen Anlagen nachgerüstet werden können und welche Kosten entstehen. Dem Stadtparlament ist eine Prioritätenliste mit den voraussichtlichen Kosten vorzulegen. Der Magistrat soll bei Dachsanierungen im privaten und gewerblichen Altbestand für den Aufbau einer Fotovoltaikanlage werben und entsprechend aufklären.

Weniger einmütig wurde dagegen der erste Punkt aufgenommen. Danach soll der Magistrat prüfen, inwieweit die Errichtung von Fotovoltaikanlagen für Neubauten verpflichtend gemacht werden kann. Ziel der Stadt müsse es sein, dass künftig jeder Neubau (Ein- oder Mehrfamilienhaus oder Gewerbebetrieb) mit einer Solaranlage ausgestattet wird.

Vorgaben überprüfen

Auf Antrag der WSD wurde noch der Zusatz eingefügt, dass der Magistrat prüft, welche planungsrechtlichen Voraussetzungen die Stadt schaffen muss, damit Anlagen effizient und effektiv betrieben werden können. Sonst mache die Mehrbelastung gerade bei Altbauten keinen Sinn, wenn ein Dach im Schatten liege oder die Ausrichtung nicht passe, sagte Stefan Dworak (WSD). Er schlug sogar vor, dass die Stadt Bauland günstiger anbieten und auf diese einmaligen Erlöse verzichten und stattdessen das Bauland mit Auflagen versehen sollte, damit die neue Energiepolitik vorankomme.

Bürger nicht drangsalieren

Während Regine Bresler den SPD-Antrag damit begründete, dass man den Umwelt- und Klimaschutz voranbringen müsse und sich die Investition in Fotovoltaik durch die Nutzung des Stroms für Haushalt, Heizung und eventuell Auto schnell amortisiere, meldete Barbara Klemm für die CDU ernste Bedenken an. Ihre Fraktion sei zwar nicht gegen Fotovoltaik, doch man dürfe die Bürger nicht drangsalieren und gängeln. Angesichts stark steigender Baukosten seien die „erheblichen Mehrkosten“ für viele Familien nicht verkraftbar, sagte Klemm.

Reinhard Priem(FDP) meinte, Anreize seien gut, eine Verpflichtung nicht. Man dürfe nicht nur auf ein Pferd setzen, es gebe auch Windkraftanlagen für den Garten. Jeder sollte nach Möglichkeiten suchen, Strom einzusparen. Es sei unsinnig, dass heute jedes Gerät, von der Zahnbürste bis zum Dosenöffner, elektrisch betrieben werde. (Thomas Thiele)

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