Wieder beim üblichen Niveau

Täglich etwa zwei Kollisionen: Zahl der Wildunfälle im Kreisteil steigt

+
Symbolbild: Wildunfälle steigen wieder an. 

Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown war gut für den Wildbestand. In der Zeit sank mit dem Verkehrsaufkommen auch die Zahl der Wildunfälle im Kreisteil.

„Jetzt geht es wieder hoch und wir haben wieder unser übliches Niveau erreicht“, heißt es bei der Polizeistation Hofgeismar.

Das „übliche Niveau“ zu dieser Jahreszeit sind in etwa zwei Wildunfälle pro Tag. Bundesweit sind es zu 90 Prozent Rehe, die mit Autos kollidieren, sagt die aktuelle Statistik des deutschen Jagdverbandes. Im Reinhardswald jedoch sind häufiger Wildschweine betroffen. Von den sechs Wildunfällen von Freitag bis Sonntag im Kreisteil Hofgeismar traf es zweimal das Schwarzwild: Am Samstag kamen bei Holzhausen und bei Wesertal Wildschweine unter die Räder. Personen wurden nicht verletzt, so die Polizei. Es blieb beim Ableben der Tiere und einem Sachschaden an den Wagen.

Erhard Rüsseler, Kreisjagdverein

Die zahlreichen Wildunfälle gerade im und um den Reinhardwald haben in den allgemeinen Sprachgebrauch der heimischen Polizisten schon lange Eingang gefunden. Werden sie von Hofgeismar an die Weser gerufen, dann „geht die Fahrt durch den Zoo“. So umschreiben die Beamten die große Gefahr von Wildunfällen im Reinhardswald. Zu Lockdown-Zeiten war es hingegen ruhig im Zoo. Und nicht nur dort.

Auf dem kurzen Stück der B7 zwischen Calden und Westuffeln, einem weiteren Schwerpunkt von Wildunfällen, gibt es in den ersten fünf Monaten eines „normalen“ Jahres zwischen zehn und 15 Wildunfälle, sagt Erhardt Rüsseler. In diesem Jahr, so der Sprecher des Kreisjagdvereins, waren es drei oder vier. Sicherlich dazu beigetragen habe, dass seit Dezember per Verkehrsschild vor Wildwechsel gewarnt wird. Den Hauptanteil am Rückgang aber schreibt er dem verringerten Verkehrsaufkommen im April und Mai zu. Nutznießer waren übrigens vor allem Ricken, also trächtige Rehe. „Sie haben natürlich mehr Gewicht, überqueren deshalb im April besonders langsam die Straßen“ und seien deshalb stark gefährdet, so Rüsseler.

Die Wildunfälle des Wochenendes

Am Wochenende gab es mehrere Wildunfälle: Am Freitag liefen Rehe zwischen Liebenau und Hofgeismar (4.41 Uhr) sowie zwischen Daseburg und Haueda (12.25 Uhr) in Autos. Am Samstag wurden Wildschwein-Unfälle gemeldet zwischen Bad Karlshafen und Wesertal (4.42 Uhr) sowie Holzhausen und Udenhäuser Stock (14.30 Uhr). Am Sonntag gab´s Rehunfälle zwischen Gottsbüren und Gieselwerder (0.44 Uhr) und auf der alten Hümmer Landstraße (2.33 Uhr).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.