Hofgeismar verlässt Energiegenossenschaft

Hofgeismar. Die Stadt Hofgeismar verlässt die Energiegenossenschaft Reinhardwald. Das hat am Montagabend das Stadtparlament Hofgeismar entschieden.

Die Stadt Hofgeismar soll schnellstmöglich raus aus der Energiegenossenschaft – diese Forderung hatte die Hofgeismarer WSD gestellt. Um das zu verhindern, hatten Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor und der Trendelburger Rathauschef Kai Georg Bachmann vor den Stadtverordneten kürzlich die Planungen dargelegt.

Vergeblich: Am Montagabend fiel die Entscheidung gegen die Energiegenossen. Dabei war der Widerstand der Befürworter vergleichsweise gering: Peter Nissen (SPD) bezeichnete den Verbleib in der Genossenschaft als „sinnvollere Alternative“, weil Hofgeismar so im Reinhardswald mitgestalten könne und ohne die Genossenschaft die Flächen auf dem freien Markt angeboten würden. Bürger hätten dann keine Beteiligungsmöglichkeit mehr und es bestehe die Gefahr, dass mehr Anlagen im Wald entstünden als die Genossenschaft plane.

Dr. Christian Knoche (Linke) attackierte die Windkraftkritiker: „Die Bürgerinitiativen haben die Tendenz, die Befürworter von Windenergie zu geißeln“, sagte er.

Der Artikel wurde aktualisiert um 18.15 Uhr.

Leidenschaftlicher waren WSD, CDU und FDP: Es sei erschreckend, dass die Energiegenossenschaft bisher unter „Ausschluss der Öffentlichkeit beraten und verhandelt hat.“ Sie habe bisher keine verbindliche Zusagen des Landes vorweisen können und wolle offenbar nicht auf die Regionalversammlung warten, weil sie so die „Ängste der Bürger vom Tisch wischen kann“, sagte Stefan Dworak (WSD)

FDP: „Windenergie asozial“

„Windenergie ist asozial“, sagte Reinhard Priem (FDP): „Der kleine Mann zahlt, wer sich ein Windrad leisten kann, verdient.“

Den wichtigsten Ausschlag gab aber die CDU. Maik Sembowski: „Hatten wir als Parlament Einfluss auf das, was die Genossenschaft plant? Nein.“ Zudem könnten sich die Bürger nicht beteiligen. „Wer mit Windrädern plant, Geld zu verdienen, nimmt keinen Einfluss und verhindert sie, sondern legitimiert sie.“ Nur wenn man geschlossen gegen die Windkraftanlagen im Wald vorgehe, habe man eine Möglichkeit, sie zu verhindern.

Das Ergebnis – eine knappe Mehrheit für einen Austritt – sorgte dann für strahlende Gesichter von Windkraftkritikern wie Klaus Becker (Gieselwerder), die von der Oberweser gekommen waren und der Debatte folgten. Die hatten vorher schon betont, dass aus ihrer Sicht die Energiegenossenschaft gegen den Willen der Bürger arbeite.

Tausende von Einwendungen gegen die geplanten Windkraftgebiete würden dadurch entwertet, dass die Energiegenossenschaft plant, mit einem so genannten Bimsch-Verfahren in die Genehmigung zu starten, bevor die Regionalversammlung einen gültigen Teilregionalplan erstellt habe.

Rubriklistenbild: © dpa

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