Alte Exemplare betroffen

Viele Holzöfen stehen vor dem Aus: Schonfrist bis Ende des Jahres - Wann Bußgelder drohen

Eine Frau heizt einen Holzofen ein.
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Öfen, die vor 1995 gebaut wurden, müssen nachgerüstet oder stillgelegt werden.

Die Schonfrist endet in diesem Jahr: Auch Ofenbesitzer im Kreisteil müssen prüfen, ob ihr Heizkamin, Kachel- oder Kaminofen künftig den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Kreisteil Hofgeismar - Die Öfen müssten mit Staubfiltern nachgerüstet oder im schlimmsten Fall ausgemustert werden. So sieht es die Bundes-Immissionsschutzverordnung vor.

Von der Verordnung sind Kamin- und Kachelöfen betroffen, die von 1985 bis 1994 eingebaut wurden und deren Grenzwerte für Staub (0,15 Gramm pro Kubikmeter) und Kohlenmonoxid (4 Gramm pro Kubikmeter) übersteigen.

Ob der eigene Ofen dazugehört, lässt sich laut Bezirksschornsteinfeger und Energieberater Rainer Wiegand ganz leicht prüfen. „Alle drei Jahre nimmt der Schornsteinfeger eine Feuerstättenschau vor. Danach erhält der Kunde eine Bescheinigung auf der auch das Alter des Ofens und die Abgaswerte stehen“, sagt der Hofgeismarer.

Rainer Wiegand, Bezirksschornsteinfeger

Der Besitzer des Ofens sei dafür verantwortlich, diesen außer Betrieb zu nehmen, nachdem er darauf hingewiesen wurde. Aber auch eine Nachrüstung sei möglich. „Es gibt Hersteller, die für bestimmte Typenreihen einen Umbausatz anbieten. Dieser kostet ungefähr zwischen 500 und 1000 Euro“, erklärt Wiegand.

Obermeister Michael Maurer von der Schornsteinfeger-innung Kassel rät dazu, sich einen neuen Ofen anzuschaffen. „Umrüstungen kosten nachher oft mit allem drum und dran genauso viel wie ein neuer Kamin“, sagt er. Einen Staubfilter in einen alten Ofen einzusetzen, sei auch eine Option. Doch über die Ausstoßmenge von Kohlenmonoxid könne dieser nichts aussagen. „Moderne Öfen verbrennen schadstoffärmer, die Wärme bleibt relativ lang erhalten. Außerdem benötigen die Öfen weniger Brennstoffe“, erklärt Maurer.

Rainer Wiegand berichtet, dass es unter den Öfen auch Ausnahmen gibt, die weder umgerüstet, noch stillgelegt werden müssen. „Kaminöfen, die sowohl offen als auch geschlossen betrieben werden können, sind ein Beispiel“, sagt er. Diese dürften ohnehin nur 30 Tage im Jahr à fünf Stunden angefeuert sein. (Nela Müller)

Bußgeld bei Missachtung

Kommen die Betreiber ihrer Pflicht nicht nach, und nutzen ihre Holzöfen trotz des Verbots weiter, setzt sich der Schornsteinfeger nach der nächsten Feuerstättenbeschau mit der Imissionsschutzbehörde in Kontakt. „Diese kontaktiert wiederum den Betreiber und setzt ihm eine Frist“, berichtet Wiegand. Reagiert der Ofen-Besitzer nicht auf das Schreiben und betreibt seinen Kamin weiterhin, muss er laut Michael Maurer und Rainer Wiegand mit einem Bußgeld rechnen.

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