Krankenhäuser sollen mit Partnern betrieben werden

Weg für Klinikkauf ist frei

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Die Kreisklinik in Hofgeismar: Der fast 60 Jahre alte Bau hoch über der Stadt soll durch einen Neubau ersetzt werden. Wo genau der stehen wird, ist laut Landkreis derzeit noch offen.

Der Verkauf der Kliniken Hofgeismar und Wolfhagen an den Landkreis Kassel zum 1. Juli dieses Jahres ist beschlossen.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses des Kreistags stimmten laut Landrat Uwe Schmidt in dieser Woche dem Konzept zu, das der Landkreis und die Gesundheit Nordhessen (GNH) ausgehandelt hatten. Der Kreis zahlt für die Kliniken 2,4 Millionen Euro und erhält für seinen 7,5-prozentigen Anteil an der GNH 700.000 Euro zurück. Außerdem will der Kreis das Defizit der Klinik im ersten halben Jahr übernehmen.

Schmidt betonte, dass diese Investition keinen negativen Einfluss auf andere Investitionen in Schulen und Straßen im Kreis haben werde. Das Konzept sieht unter anderem vor, dass der stationäre Betrieb in der Wolfhager Klinik zum 1. Juli wieder aufgenommen wird. Und zwar in allen Bereichen. Auch Mitarbeiter, die von der GNH von Wolfhagen an andere Standorte geschickt worden waren, sollen an ihren alten Arbeitsort zurückkehren. Schmidt erklärte dass der Kreis in alle Verträge eintritt. Es solle entgegen einer Behauptung der Gewerkschaft Verdi kein Lohndumping geben.

Kreis hält an Klinikneubau in Hofgeismar fest

Der Landkreis will die Kliniken mit Partnern betreiben. Für Hofgeismar soll als Hauptpartner die gemeinnützige Aktiengesellschaft Agaplesion, die deutschlandweite Krankenhäuser betreibt, fungieren. Weiterer Partner soll die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen werden. Für Wolfhagen hat die Agaplesion angekündigt, den Kreis beim Betrieb des Krankenhauses zu unterstützen. An einem Klinikneubau in Hofgeismar hält der Kreis fest. Wo genau die gemeinsame Klinik mit den Partnern gebaut werde, das sei erst einmal offen, erklärt der Landrat. Bisher war ein Standort am Gewerbegebiet „Am Jahnsportplatz“ vorgesehen.

Für den Neubau hat der Kreis 10 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Einen Beschluss, dass diese auch für einen Bau mit neuen Partnern fließen, muss der Kreistag fassen. Das Land Hessen habe mitgeteilt, dass Landesmittel für den Neubau auch mit anderen Trägern als der GNH zur Verfügung stehen.

Zur jetzigen Lösung erklärten Kassels Oberbürgermeister und GNH-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Geselle und GNH-Vorstandschef Dr. Michael Knapp: „Unsere oberste Priorität war es, ein zukunftsfähiges Konzept für eine starke Gesundheitsversorgung in der Region zu etablieren.“

Coronakrise hat Beschluss nicht gestoppt

Die Kreistagssitzung, die für den 1. April terminiert war, musste wegen der Coronakrise abgesagt werden. Dabei stand auch die Abstimmung zum Klinikkonzept auf der Tagesordnung. Damit der Verkauf zum 1. Juli funktioniert, hatten sich die Fraktionen darauf geeinigt, dass der Haupt- und Finanzausschuss den benötigten Beschluss des Kreistages fassen darf. Dies war durch die neue Regelung zum Eilentscheidungsrecht möglich geworden.

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