Hofgeismarer Boutique Hutbis ist bald Geschichte

Abschied von Hutbis: Margit Meurer (von links), Gitta Stilbing und Nicole Thiele sind langjährig mit Angelika Göktekin befreundet. Sie können die Entscheidung ihrer Freundin, den Laden zu schließen, gut verstehen. Göktekin hat eine Mitarbeiterin. Foto: Temme

Hofgeismar. Mehr als 35 Jahre hat Angelika Göktekin einen Bekleidungsladen in Hofgeismar betrieben - doch Hutbis, wie das Geschäft heißt, wird bald Vergangenheit sein.

Wer „die Angelika“ ist, wissen viele alteingesessene Hofgeismarer - oder zumindest diejenigen, die sich gerne modisch kleiden. Seit Kurzem läuft der Räumungsverkauf, der noch bis Oktober gehen soll. „Seit 1978 bin ich in Hofgeismar in der Bekleidungsbranche tätig“, sagt die 58-Jährige.

Los ging es damals als Verkäuferin bei Charlies Hosencenter. Dort war die Geschäftfrau allerdings nur ein Jahr als Filialleitung tätig, machte sich dann mit ihrem ersten Laden, dem US-Shop im Steinweg selbstständig.

„Ich habe mir seinerzeit Geld von der Bank geholt und habe einfach losgelegt“, erinnert sich die gebürtige Ostheimerin an ihre Anfangsjahre. Drei Jahre später zog es Angelika Göktekin mehr Richtung Fußgängerzone: „Deshalb habe ich 1982 einen großen Laden in der Johannesstraße aufgemacht.“

Der wurde nach dem Vornamen ihres Mannes Hutbi benannt, der ebenfalls einige Zeit im Laden mitarbeitete. Da alles recht gut lief, expandierte die Selbstständige, hatte zwischenzeitlich 20 Filialen in der gesamten Region. „Außerdem haben wir Sachen in der Türkei produzieren lassen, die wir selbst entworfen hatten.“

Mitte der neunziger Jahre bot sich ein neues Ladengeschäft mit bester Lage in der Fußgängerzone. „Ich wollte mich zu dieser Zeit gerne etwas verkleinern, da mein vorheriger Laden einfach zu groß war“, sagt sie. Bis vor vier Jahren stand die Chefin noch täglich selbst in ihrem Modeladen, wurde dann plötzlich sehr krank und fiel erst einmal lange Zeit aus. „Irgendwie wurde es seitdem immer schwieriger mit dem Umsatz - 2013 wurde unser Haus acht Wochen lang saniert, was starke finanzielle Einbußen mit sich brachte.“

Das Ende ihres Laden sei schließlich die monatelange Baustelle vor ihrer Tür gewesen, als kaum noch ein Kunde den Weg zu ihr gefunden hätte, erklärt Göktekin und ergänzt, dass es sowieso ein harter Kampf in ihrer Branche sei, da das Internet vieles kaputt mache.

Gerne hätte sie ihren Laden noch einige Jahre gehalten, doch da sie fast 40 000 Euro in den vergangenen Jahren hat drauflegen müssen, ist nun Schluss.

„Bei uns gibt es nun alles für die Hälfte - demnächst hole ich auch noch Wintersachen aus meinem Lager, deshalb lohnt es sich, immer mal wieder vorbeizuschauen.“ Da Angelika Göktekin in Carlsdorf ein Haus besitzt, wird sie vielleicht dort zukünftig ein kleines ähnliches Projekt starten: „Ganz die Hände in den Schoß legen kann ich nicht - irgendwas werde ich weiterhin in der Modebranche tun.“ (zta)

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