Patiententransport ins Elsass

Hofgeismarer DRK brachte französischen Covid-Patienten nach Hause

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Sie brachten den Patienten zurück ins Elsass: Max Ricken (links) und Sergej Schulz vom Fahrdienst des DRK Hofgeismar.

Das Elsass war das Ziel einer Fahrt des Hofgeismarer DRK. Das war in Zeiten der Corona-Krise natürlich kein Ausflug, sondern ein besonderer Patiententransport.

Ein Team des Hofgeismarer DRK-Krankentransports brachte einen genesenen Corona-Patienten nach Hause. Der Mann war im Rahmen der Unterstützung französischer Kliniken nach Kassel gekommen und im Rotkreuz-Krankenhaus behandelt worden.

Mit dem Transport von Covid-Patienten füllt der Transportdienst die Lücke, die beim Hofgeismarer DRK entstanden ist, berichtet Dirk Maurus, Leiter des Fahrdienstes. Mit sechs Fahrzeugen bringen die Mitarbeiter Patienten zu oder von Kliniken oder zum Arzt. Da aber Krankenhäuser derzeit deutlich weniger belegt sind, sank die Zahl der Patiententransporte.

Drei Transporter wurden umgebaut

Da kam die Frage einer Arztpraxis, ob das DRK den Transport von Covid-Patienten übernehmen könne, gerade recht. „Am Anfang waren die Fahrer nicht begeistert“, sagte Maurus. Aber inzwischen sähen sie das „entspannt“ und könnten die Lage einschätzen. Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, wurden drei der sechs Transporter umgebaut, erklärte Maurus. Mit Plexiglas trennten die Mitarbeiter den Fahrgastraum von der Fahrerkabine ab. Die Fahrer tragen zu ihrer Sicherheit Schutzbrille, Kittel, Masken und Handschuhe. Auch die Patienten tragen Masken.

Nicht ganz einfach sei auch beim DRK die Versorgung mit diesem Schutzmaterial, sagte Maurus. Er erhalte für sein Team immer nur eine Wochenration, früher reichte der Vorrat für einen Monat. Bisher habe die Versorgung immer geklappt, ergänzte Maurus. Verteilt wird der Nachschub über die Feuerwehr in Kassel.

Organisation des Transports nicht einfach

Maurus ist froh, mit diesen Patienten-Transporten wegfallende Fahrten ausgleichen zu können, doch sei die Abrechnung mit den Krankenkassen problematisch, weil der größere Aufwand für Schutzmaterial nicht erstattet werde. Bei dem französischen Patienten sei die Organisation des Transportes nicht einfach gewesen, berichtete der Fahrdienstleiter. Die Deutsche Botschaft in Paris schickte die notwendigen Unterlagen nach Hofgeismar. Damit konnte die 522 Kilometer lange Fahrt von der Kasseler Klinik in den Elsass-Ort Wattwiller starten.

Der Patient, der deutsch sprach, konnte sich unterwegs mit den Fahrern Max Ricken und Sergej Schulz unterhalten. Er sei glücklich gewesen, gesund wieder nach Hause zu kommen, berichtete Maurus. Trotz eines Staus an der deutsch-französischen Grenze klappte die Einreise mit den Botschaftspapieren unproblematisch. Anschließend kehrten die Fahrer nach Hofgeismar zurück.

Fahrzeuge werden nach jeder Fahrt desinfiziert

Sorgen wegen einer möglichen Infektionsgefahr müssen sich die Passagiere des Hofgeismarer DRK nicht machen. Im Regelbetrieb werden die Fahrzeuge täglich desinfiziert. Sind sie mit Covid-Patienten unterwegs, desinfizieren die Mitarbeiter die Transporter nach jeder Fahrt, ergänzte Dirk Maurus.

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