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Hofgeismarer Einzelhändler warten auf das große Weihnachtsgeschäft

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Von: Josefin Schröder

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Plüsch unterm Weihnachtsbaum: Insbesondere Großeltern verschenken gerne Kuscheltiere, weiß Felix Meng vom Spielwarenladen Meng.
Plüsch unterm Weihnachtsbaum: Insbesondere Großeltern verschenken gerne Kuscheltiere, weiß Felix Meng vom Spielwarenladen Meng. © Josefin schröder

Richtig voll war die Innenstadt von Hofgeismar seit dem ersten Advent noch nicht. Obwohl die Kauflaune der Menschen nur langsam zunimmt, bleiben die Händler zuversichtlich.

Hofgeismar – Die Vorweihnachtszeit ist eine Zeit voller Trubel: Überall blinkt Lichterschmuck, Gänsebraten werden aufgetischt und Geschenke gekauft. Doch die Krisen und die deshalb steigenden Preise zwingen viele Menschen dazu, zu sparen. Das hat auch Auswirkungen auf den lokalen Einzelhandel.

Ladeninhaber in der Hofgeismarer Innenstadt erleben die Adventszeit bisher unterschiedlich. Ihre Verkaufsbilanz fällt durchwachsen aus. Die allgemeine Konsumstimmung scheint teils getrübt, teils recht heiter.

„Es war wie tot“, beschreibt Elisa Dalfuß, Leiterin der HC Parfümerie am Töpfermarkt, den Anfang der Adventszeit. Mittlerweile laufe es besser, mehr Kunden kämen in die Parfümerie. Sorgen um ihr Weihnachtsgeschäft macht sich Dalfuß nicht. „Parfüm geht immer als Geschenk“, sagt sie. Für Nikolaus habe sie außerdem sehr viel Duschgel verkauft.

Düfte und Duschgel gehen immer: In der HC Parfümerie hilft Elisa Dalfuß bei der Suche nach Geschenken.
Düfte und Duschgel gehen immer: In der HC Parfümerie hilft Elisa Dalfuß bei der Suche nach Geschenken. © Schröder, Josefin

Ladeninhaber befürchten weniger Kunden durch den komprimierten Weihnachtsmarkt

Über den komprimierten Weihnachtsmarkt, der nur an zwei statt vier Wochenenden stattfindet, ärgert sich Thorsten Koch. Er führt das Textilhaus Erdmann in der fünften Generation. „Den verkürzten Weihnachtsmarkt merken wir schon. Er war immer ein Umsatzbringer.“, sagt Koch. Am ersten Adventswochenende seien sie weit hinter ihren Vorstellungen zurückgeblieben, trotz Angeboten zum Black Friday.

Auch das anhaltende nasskalte Wetter würde dazu beitragen, dass weniger Menschen in der Hofgeismarer Fußgängerzone unterwegs sind. Koch blickt dennoch optimistisch auf die nächsten Wochen: „Eigentlich geht es jetzt erst richtig los.“

Ähnlich sieht das Gabi Dörner-Knöppel von der Buchhandlung Bücherstapel. „Ich kann noch keine Einschätzung geben. Es war zuletzt schließlich auch Monatsende, da geben die Leute eh weniger Geld aus“, sagt die Inhaberin. Unabhängig vom Weihnachtsgeschäft spüre sie schon, dass die Menschen sparen.

Rabattaktionen sollen Kunden locken

Diese Beobachtung teilt eine Mitarbeiterin des Schreibwaren- und Bastelladens Flo No. 7 in Hofgeismar: „Die Kunden schauen die Preise an und überlegen zweimal, bevor sie etwas kaufen“, berichtet die Verkäuferin. Im Vergleich zu vergangenen Jahren sei aktuell „besonders wenig los“. Vor der Pandemie sei die Vorweihnachtszeit immer die lukrativste Zeit für den kleinen Laden gewesen.

Kundinnen von Stefanie Vinson kleiden sich in der Boutique Broadway für anstehende Weihnachtsfeiern ein. „Für’s Geschäft macht es viel aus, dass solche Veranstaltungen wieder stattfinden“, sagt die Inhaberin. Von der mangelnden Konsumfreude bliebe jedoch auch ihr Laden nicht verschont. Mit Rabattaktionen versucht sie nun gezielt Kundschaft anzusprechen.

Dina Gerland, Inhaberin des Herren- und Damenmodegeschäfts Eberhardt und Terbille, sieht die Situation gelassen: „Es ist okay. Wir können uns nicht beschweren.“ Es sei jedoch nicht mehr wie früher, wo es feste Tage gab, an denen garantiert mehr Umsatz gemacht wurde. Trotzdem hofft sie, dass die Hofgeismarer ihre Geschenke eher in lokalen Läden, statt im Internet einkaufen.

Spielzeuge bleiben beliebte Geschenke

Da für den Geschenkeinkauf nur noch drei Wochen bleiben, nimmt der Kundenandrang im Spielwarengeschäft Meng zu. „In den vergangenen Tagen hat es deutlich angezogen“, sagt Andreas Meng, der mit seiner Frau Barbara und seinem Sohn Felix in dem Laden an der Marktstraße arbeitet.
An Geschenken für Kinder will niemand sparen. „Die werden zu Weihnachten immer gebraucht“, sagt der Spielzeughändler. Pokémon-Karten, Gesellschaftsspiele und Kuscheltiere seien gerade sehr beliebt. Trotz der Konsumfreude für Spielwaren fehlen auch Meng potenzielle Käufer durch den verkleinerten Weihnachtsmarkt. In den Jahren zuvor erstreckte sich dieser vom Rathaus bis zur Mühlenstraße.

Davon überzeugt, dass das abwechslungsreiche Programm rund um den Markt dennoch viele Besucher anlockt und für Kaufstimmung sorgt, ist Karin Kranz, Vorsitzende der Gemeinschaft für Handel und Gewerbe Hofgeismar. Wie die Hofgeismarer Ladenbesitzer hofft auch sie, „dass die Kunden den lokalen Einzelhandel auch über die Weihnachtszeit hinaus wieder mehr wertschätzen.“ (Josefin Schröder)

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