„Ohne Tests wäre es optimal“

Hofgeismarer Geschäftsleute berichten vom ersten Tag mit „Click and Meet“

Betrieb beinahe wie üblich: Gegen 10 Uhr gestern Morgen hielt sich der Besucherandrang in der Hofgeismarer Fußgängerzone im überschaubaren Rahmen. In anderen Orten gibt es weniger Fachgeschäfte.
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Betrieb beinahe wie üblich: Gegen 10 Uhr gestern Morgen hielt sich der Besucherandrang in der Hofgeismarer Fußgängerzone im überschaubaren Rahmen. In anderen Orten gibt es weniger Fachgeschäfte.

Seit Montag ist im Landkreis Kassel wieder Shopping möglich. Doch die Kunden müssen sich beim abermaligen „Click and Meet“ nun an mehr Regeln halten.

Hofgeismar – Folgende Bedingungen gelten für die Kunden im Landkreis Kassel ab sofort: Sie müssen Maske tragen, einen negativen Coronatest oder die Bescheinigung über eine Zweitimpfung vor mindestens 14 Tagen, beziehungsweise über die Genesung nach einer Erkrankung vorlegen. Wir haben uns bei Geschäftsleuten umgehört, wie das Terminshopping angelaufen ist.

Modehäuser

„Wir hatten heute schon ein paar Kunden“, sagt Ingrid Nolte, Inhaberin des gleichnamigen Modegeschäfts in Hofgeismar. Darunter drei bereits geimpfte Kunden. Andere dagegen stünden vor der Tür, kämen ohne Testnachweis oder Zweitimpfung aber nicht herein. Sie werden an der Türschwelle bedient.

„Insgesamt ist der Andrang noch mäßig“, sagt Nolte. „Wir sind aber auch mit Click and Collect auf keine guten Verkaufszahlen gekommen. Das war ein Appel und ein Ei“, fasst sie die vergangenen Wochen zusammen.

Ohne Tests wäre es optimal.

Ingrid Nolte, Modehaus-Inhaberin

Nolte vermutet, dass viele Kunden noch nicht auf dem Laufenden sind. „Die Leute denken, sie könnten einfach hereinkommen.“ Die Testpflicht halte viele ab. „Ohne Tests wäre es optimal“, meint Nolte. „Dennoch versuchen wir alles nur Mögliche.“ So biete das Modegeschäft seinen Kunden an, sich mit der Luca-App zu registrieren, um die Kontaktverfolgung zu erleichtern. Zudem sei wieder die gesamte Besetzung im Dienst. Auch die Öffnungszeiten seien wieder wie gewohnt von 9.30 bis 18 Uhr.

Bei der Konkurrenz sieht die Lage kaum anders aus. „Noch sehr verhalten“, schätzt Dina Gerland, Geschäftsführerin des Herrenausstatters Eberhardt & Terbille in Hofgeismar, die derzeitige Kauflaune ein. Sie glaubt, dass sich die Kunden zunächst organisieren müssen. Manche hätten schon angerufen: „Ich hab bald einen Testtermin, kann ich dann kommen?“

Derzeit würden überwiegend Stammkunden den Laden besuchen. „Die freuen sich total, wieder zu uns kommen zu dürfen“, sagt sie. Andere seien unsicher, ob das Geschäft überhaupt geöffnet habe. Dabei hat es wochentags von 9.30 bis 18 Uhr und samstags bis 14 Uhr geöffnet.

Jeder Verkäufer berate jeweils nur einen Kunden, der noch eine Begleitperson mitbringen dürfe, sagt Gerland. „Die Verkäufer sind erleichtert, dass sie wieder Kunden beraten dürfen.“ Vorher hätten sie die Ware nur rausgegeben. Ob sich die Lage entspanne, sobald das Einkaufen wieder ohne Test möglich ist? „Das kann ich schlecht abschätzen“, sagt Gerland.

Schreibwarenhandel

„Leider lief es nicht so wie erhofft“, erzählt Vera Durward vom Schreibwarenladen „Schreiben Basteln Schenken Magazin“ in Hofgeismar. Anfang April sei „Click and Meet“, ohne die zusätzlichen Auflagen, „ganz gut“ gelaufen. „Es lässt sich aber keiner testen, um ein paar Hefte zu kaufen“, sagt sie. Ohnehin hätten Geschäfte, die dauerhaft öffnen durften, viel Kundschaft weggezogen. „Bei Kleidung mag das anders sein“, sagt Durward.

Wie in den Wochen zuvor öffnet das Geschäft von 10 bis 12.30 Uhr, dienstags und donnerstags ist es geschlossen. Eventuell lohne es sich bald, auch nachmittags wieder zu öffnen. „Ab Mittag ist aber kaum noch Bewegung in der Fußgängerzone“, sagt Durward. „Vielleicht wird es ja bald belebter. Dann nehmen die Kunden das Konzept hoffentlich an.“ (Paul Bröker)

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