Hofgeismarer Politiker gegen Häuserabriss in Beberbeck

Hofgeismar / Beberbeck. Die Domäne will die Bauten in Beberbeck räumen, doch die Stadtverordneten haben Zweifel, ob die Gründe berechtigt sind.

Nach dem Hofgeismarer Magistrat haben sich auch die Stadtverordneten gegen einen Abriss der ehemaligen Landarbeiterhäuser in der Staatsdomäne Beberbeck ausgesprochen und fordern vom Land Hessen die Prüfung einer alternativen Nutzung.

Nach dem Beschluss soll der Magistrat sich gegenüber dem Land und der Staatsdomäne für den Erhalt der Wohnhäuser einsetzen. Zugleich unterstützt die Stadtverordnetenversammlung den Widerspruch des Magistrats gegen den Abriss und die Nichtzustimmung der Stadt als Träger öffentlicher Belange.

Ihren Antrag begründete die Fraktion Die Linke damit, dass sich die Domänenleitung zur Zeit der Ferienresort-Planung vehement für den Erhalt der historischen Bauten engagiert habe. Nachdem zwei bereits im Vorjahr abgerissen wurden, sind noch sieben Wohnhäuser (davon drei bewohnt), sechs Nebengebäude sowie das der Stadt gehörende Dorfgemeinschaftshaus übrig. Die jetzigen Abrisspläne stünden dazu im krassen Widerspruch, sagte Dr. Christian Knoche. Zudem seien sie sozial bedenklich und rechtlich fragwürdig. Die wirtschaftliche Begründung überzeuge nicht. Es müsse vielmehr ein Kompromiss mit den Mietern gefunden werden.

Auch die CDU und die SPD unterstützten den Antrag, weil es nicht im Sinne der Stadt sei, wenn ein Ortsteil verschwinde. Der jetzige Zustand sei entstanden, weil der Besitzer jahrelang nicht in die Häuser investiert habe, sagte Frank Nikutta (SPD).

Reinhard Priem (FDP) schlug vor, mit dem Verwalter über eine Verpachtung an eine Vermietungsgesellschaft zu reden, weil er vielleicht froh sei, sie loszuwerden. Stefan Dworak (WSD) kritisierte frühere Abrisse als Folge von EU-Zuschüssen. Die Domäne schreibe sicher schwarze Zahlen, auch wenn die Bilanz nicht (wie etwa bei der Domäne Frankenhausen) öffentlich einsehbar sei.

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