Umsetzung in Etappen

Hofgeismarer Stadtverordnete planen Bau neuer Stadthalle - unklar ist, ob die bezahlbar ist 

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Problemfall: Die Sanierung der 1978 eröffneten Stadthalle in Hofgeismar könnte über sechs Millionen Euro kosten. Für einen Neubau gibt es vermutlich mehr Zuschüsse und etliche logistische Vorteile.

Mit 22 Stimmen von SPD, CDU und Linken bei vier Gegenstimmen von WSD und FDP haben die Hofgeismarer Stadtverordneten beschlossen, den Neubau der Stadthalle Hofgeismar auf dem Reithagengelände zu planen. Der Standort sei "nicht optimal", meint die CDU - allerdings seien die anderen noch schlechter. 

Die Unterlagen des Vorentwurfs sollen dann aber, das ergab ein Kompromiss nach Einwänden der CDU, nochmals im Parlament beraten werden.

Die SPD hatte den Neubau beantragt nach intensiver Diskussion der Machbarkeitsstudie und der Abwägung der Vor- und Nachteile einer Sanierung der alten Halle oder des Neubaus an verschiedenen Standorten.

Gute Erreichbarkeit als Hauptgrund

Hauptgrund für den Neubau am Rand der Altstadt sei die gute Erreichbarkeit zu Fuß von der Innenstadt wie auch mit Pkw über die Straße Hinter den Eichen sowie die Lage im Fördergebiet Aktive Kernbereiche. Das ermögliche beachtliche Zuschüsse auch für einen Neubau, sagte Fraktionsvorsitzender Peter Nissen. 

Nach seinen Worten kommen Zuschüsse aus vier Programmen von bis zu 90 Prozent in Frage. Um das zu prüfen, sei aber ein Beschluss über den Standort nötig. Für eine Sanierung gebe es auch Zuschüsse, aber deutlich geringer, betonte Nissen.

Widerspruch der FDP

An den Zuschüssen entzündete sich auch der Widerspruch der FDP. Es solle nur wegen der Zuschüsse neu gebaut werden, meinte Ingo v. Germeten-Neutze: „Fördermittel sind Steuern, die an anderer Stelle kassiert werden. Was Sie ausgeben, ist das Geld anderer Leute. Das teilt die FDP nicht.“ 

Die Kritik, dass es mit dem alten Bahnhof schon eine Bauruine gebe, weil ein neuer Bahnhof gebaut wurde, teilte auch Jürgen Knauf (WSD). Er meinte, man solle erst bauen wenn man den Bedarf kenne und wisse, was mit dem Altbau geschehen solle.

Die SPD und Bürgermeister Markus Mannsbarth argumentierten, dass im Zuge der Vorplanung diese Daten erfasst werden sollten. Man favorisiere eine Halle für mindestens 2000 Personen, um einen zentralen großen Veranstaltungsort für die Region zu haben. 

Alte Stadthalle nur mit Ausnahmegenehmigung in Betrieb

Spätestens seit dem Hessentag sei klar, dass die alte Stadthalle aus Sicherheitsgründen nur noch mit Ausnahmegenehmigung und mit personeller Unterstützung der Feuerwehr betrieben werden dürfe. Und in fünf Jahren müsse man sie endgültig schließen. Allein für den Brandschutz und die Erneuerung der Lüftung seien Millionenbeträge nötig, und dann habe man immer noch das Problem der zwei Stockwerke, der alten Technik, des undichten Daches und der hohen Heizkosten.

Die CDU bezeichnete den Standort am Reithagen als nicht optimal, allerdings seien die anderen noch schlechter. Waltraud Vialon führte auch mögliche Lärmprobleme an und zusätzliche Verkehrsbelastungen etwa am Löffelburger Weg. Auch das Durchschneiden des geschützten Grüngürtels sei kritisch, zumal die SPD dagegen gewesen sei, als die CDU vor Jahren eine Straße durch den Grüngürtel vorgeschlagen habe.

Nun wird eine Planung erstellt und dann geklärt, ob die Stadt sich die neue Halle überhaupt leisten kann.

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