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Hofgeismarer Tauchschule bildet im Bad am Park Lehrer aus

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Von: Hanna Maiterth

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Flossen, Maske und eine Weste mit Platz für die Taucherflasche: Welche Ausrüstung zum Tauchen benötigt wird, wissen die angehenden Tauchlehrer Uwe Lorenz (links) und Arndt Kemper (rechts) bereits. In Zukunft müssen sie das auch ihren Schülern beibringen. Dafür werden sie von Sascha Koppitz (Mitte) ausgebildet.
Flossen, Maske und eine Weste mit Platz für die Taucherflasche: Welche Ausrüstung zum Tauchen benötigt wird, wissen die angehenden Tauchlehrer Uwe Lorenz (links) und Arndt Kemper (rechts) bereits. In Zukunft müssen sie das auch ihren Schülern beibringen. Dafür werden sie von Sascha Koppitz (Mitte) ausgebildet. © Hanna Maiterth

Es ist schwülwarm. In der Luft liegt der typische Schwimmbadgeruch. Am Eingang des Raumes über dem Hofgeismarer Bad am Park wird man von Puppen in Taucheranzügen empfangen.

Hofgeismar – In den Regalen liegen Flossen, Masken, Schläuche und wie Armbanduhren anmutende Tauchcomputer. Lautes Dröhnen dringt aus dem Nebenraum. Dort füllt Stefan Pape, Inhaber der Tauchschule Pape in Hofgeismar, leere Taucherflaschen auf.

Heute finden keine normalen Kurse statt. Heute werden Tauchlehrer ausgebildet. Theorie steht auf dem Lehrplan. Während Pape und der Staufenberger Patrick Middendorf (45) bereits Tauchlehrer sind und draufsatteln wollen, streben der Grebensteiner Uwe Lorenz (56) und Arndt Kemper (53) aus Niedenstein den Schein an.

Zwei Tauchschulen in Nordhessen

In Nordhessen gibt es zwei Tauchschulen. Pape führt eine davon. „Wir haben super Voraussetzungen und mit der Stadt als Betreiber des Bades richtig Glück“, sagt der 51-Jährige. Die Tauchschule könne jederzeit mit den Kursteilnehmern ins Schwimmbad und wenn etwas fehle, sei der Weg nicht weit.

Die Kurse finden während und nach den Öffnungszeiten statt. Ein Problem mit den Badegästen habe es bisher nicht gegeben. „Die Leute sind entspannt. Es ist ein taucherfreundliches Bad.“ Pape ist eigentlich Kameramann und hat sich auf Film- und Fernsehproduktionen spezialisiert. Die Tauchschule betreibt er nebenbei. „Seit 2016 bin ich dabei. 2018 habe ich sie übernommen.“

Bis zum Eintreffen der anderen Teilnehmer nutzt Pape die Zeit für Erläuterungen. Die Kurse finden von Mai bis Oktober statt. Das liege auch an der praktischen Ausbildung. Die finden nicht nur im Bad statt. „Wir fahren auch zu den Seen in der Region.

Da darf es nicht zu kalt sein“, sagt Pape. Ausgebildet wird nach dem System der international agierenden, kommerziellen Tauchausbildungsorganisation PADI (Professional Association of Diving Instructors). „Hier kann jeder auch ohne Vorerfahrungen teilnehmen.“

Ebenfalls angeboten werden IANTD-Kurse (International Association of Nitrox and Technical Divers). „Die richten sich ausschließlich an Fortgeschrittene“, erklärt Pape. Der Theorieunterricht findet, wie heute auch, in den Räumen der Tauchschule über dem Bad statt. Erst für die angehenden Lehrer, dann für Pape und Middendorf. Nach und nach trudeln die Männer ein. Sie nehmen an der Tischgruppe Platz, die sich hinter dem Tresen befindet und den großen Raum teilt. Uwe Lorenz taucht seit zehn Jahren. Mit Sohn und Frau zusammen machte er seine ersten Züge bei Papes Vorgänger.

Der hatte ihn auch für das Tauchen in Deutschland begeistern und als Unterstützer des Tauchclubs gewinnen können. „Seit ich 2015 den Divemaster gemacht habe, wurschtel ich hier mit rum“, erklärt der 56-Jährige lachend. Ein Divemaster darf andere beim Tauchen beaufsichtigen und bei der Ausbildung helfen, aber erst der „Open Water Scuba Instructor“ darf auch unterrichten. Warum Lorenz nun die Ausbildung zum Tauchlehrer macht? „Es bringt mich selbst auf ein höheres Level und ich darf andere in meinem Hobby ausbilden.“

Die Stimmung ist hervorragend

Neben Lorenz sitzt Arndt Kemper. Die Stimmung ist ausgelassen und kameradschaftlich. Es wird gescherzt und gelacht. Der 53-Jährige aus Niedenstein hat mit zwölf Jahren den Tauchschein gemacht. „In der Jugend bin ich viel getaucht. Dann habe ich lange pausiert.“ Beruflich habe es einfach nicht gepasst, erklärt er. Vor vier Jahren hatte ihn das Wasser erneut gelockt. „Die Leidenschaft zum Tauchen vergeht eben nicht“, sagt er.

Tauchgänge im Schwimmbad Bad am Park: Stefan Pape (links) , Inhaber der Tauchschule in Hofgeismar, und Patrick Middendorf dürfen bereits seit längerem das Tauchen unterrichten.
Tauchgänge im Schwimmbad Bad am Park: Stefan Pape (links) , Inhaber der Tauchschule in Hofgeismar, und Patrick Middendorf dürfen bereits seit längerem das Tauchen unterrichten. © Hanna Maiterth

Für die beiden Anwärter spielen jetzt Didaktik und Methodik des Unterrichtens eine wichtige Rolle. „Die Herausforderung liegt darin, wie ich anderen das Tauchen am besten beibringen kann“, sagt Lorenz. Den Unterricht leitet „Course Director“ Sascha Koppitz.

Der 47-jährige Tauchlehrer kommt aus dem Landkreis Hildesheim und bildet bundesweit Tauchlehrer aus. Dass auch in Hofgeismar ausgebildet wird, darauf ist Pape besonders stolz. „Das ist ein besonderes Privileg.“ Lorenz und Kemper müssen nun die Schulbank drücken. Ernst wird es Anfang Mai. Die Prüfung – Theorie und Praxis – findet in Berlin statt. Sorgen machen sie sich nicht. Denn für das Tauchen hegen sie eben große Leidenschaft. (Hanna Maiterth)

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