Alternative Heilmethoden 

Globuli und Spritzen: Tierärztin aus Hofgeismar setzt auf Homöopathie

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Hält tapfer durch: Boxer „Alfred“ bekommt von Tierärtzin Eike Pautsch eine Spritze. Herrchen Torsten Schwarz und die tiermedizinische Fachangestellte Sarah Alberding halten ihn fest.

Die alternative Tiermedizin ist unter Tierärzten durchaus umstritten. Manche sehen sie aber als Ergänzung zur Schulmedizin. Dazu zählt auch Tierärztin Eike Pautsch aus Hofgeismar. 

Boxer „Alfred“ ist aufgeregt, fast etwas ängstlich. Einmal zuckt er ganz kurz zusammen, als Tierärztin Eike Pautsch aus Hofgeismar dem sechsjährigen Hund ein homöopathisches Mittel gegen seinen Husten spritzt. Herrchen Torsten Schwarz aus Holzhausen muss „Alfred“ dabei festhalten, sonst würde er direkt vom Behandlungstisch springen. „Wenn es hilft, finde ich solche Behandlungsmethoden gut“, sagt der 42 Jahre alte Schwarz. Auch er selbst habe schon einmal kleine Kügelchen, die auch als Globuli bekannt sind, genommen.

Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere werden neben der klassischen Schulmedizin längst mit alternativen Heilmethoden wie der Homöopathie behandelt. „Besonders im chronischen Bereich können alternative Heilmethoden helfen“, sagt Tierheilpraktikerin Nicole Wurster. Sie ist Landesvorsitzende für Hessen und Baden-Württemberg im „Ältesten Verband der Tierheilpraktiker“. Dort sind den Angaben zufolge in sechs aktiven Verbänden 4500 Tierheilpraktiker organisiert.

Melanie Kircher gehört mit ihrer mobilen Tierheilpraxis in Grebenstein nicht dazu. Sie bietet verschiedene alternative Behandlungsmethoden an, darunter auch die Homöopathie. An einer privaten Schule habe sie eine Ausbildung gemacht, erzählt Kircher. Außerdem bilde sie sich regelmäßig fort. „Alles andere wäre grob fahrlässig“, betont sie.

Ausbildung nicht gesetzlich geregelt

Das hat einen einfachen Grund: Tierheilkunde ist weder in der Ausbildung noch in der Praxis gesetzlich geregelt. „Jeder kann grundsätzlich Tierheilpraktiker werden“, sagt Nicole Wurster. Bei einigen Tierärzten sind die Behandlungsmethoden auch deswegen umstritten. „Man kann nicht alles über einen Kamm scheren“, sagte der Präsident der hessischen Tierärztekammer, Ingo Stammberger, der Deutschen Presse-Agentur. Homöopathie sei aber „als allgemeines Behandlungsmittel nicht geeignet.“

Auch Eike Pautsch war gegenüber alternativen Heilmethoden zunächst skeptisch. Das änderte sich erst, als sie vor über zehn Jahren erstmals homöopathische Kurse besuchte. Mittlerweile setzt sie regelmäßig auf die Homöopathie, auch als Ergänzung zur Schulmedizin. „Wir erzielen sehr gute Erfolge damit“, sagt Pautsch. Meistens würden homöopathische Mittel dabei als Injektionen verabreicht.

Das ist auch bei Boxer „Alfred“ der Fall. Es dauert nur wenige Sekunden, bis das Mittel gespritzt ist. Und im Idealfall sollte „Alfred“ schon bald keinen Husten mehr haben.

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