Mitbieten bis Montag

Hofgeismarer Wehr versteigert Drehleiter und Einsatzleitwagen im Internet

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Hofgeismar. Auf den ersten Blick erscheint es ungewöhnlich: Die Feuerwehr Hofgeismar versteigert zwei ihrer Fahrzeuge - eine Drehleiter und einen Einsatzleitwagen - sowie einen Anhänger.

Zu finden sind Fahrzeuge und Anhänger im Internet auf der Seite www.zoll-auktion.de

Mit Blick auf diese Seite erscheint die Auktion dann nicht mehr allzu ungewöhnlich. Von Antiquitäten über Lebensmittel bis zu großen Fahrzeugen kann auf dieser Homepage allerhand ersteigert werden.

Michael Bender

„Über 3000 Behörden bieten hier Dinge an“, erklärt Michael Bender, Pressesprecher des Hauptzollamtes in Gießen. Mitsteigern kann jeder. Bislang hat die Plattform, die von Bad Hersfeld aus betreut wird, etwa 300.000 registrierte Bieter. „Im Jahr 2013 haben wir fast 43.000 Auktionen angeboten“, sagt Bender. Dabei habe der Umsatz bei knapp 72 Millionen Euro gelegen.

Für die Fahrzeuge der Feuerwehr Hofgeismar kann noch bis Montag um 12 Uhr mitgeboten werden. Für die Drehleiter muss das Gebot mittlerweile über 8100 Euro liegen, für den Einsatzleitwagen über 3500 Euro.

Ersteigert werden können die Fahrzeuge von jedem. Allerdings dürfen beide Fahrzeuge innerhalb Hessens nicht mehr für Feuerwehrzwecke genutzt werden. Außerdem muss die Signalanlage abgeschaltet und sämtliche Aufkleber wie das Stadtwappen und andere Schriftzüge entfernt werden.

Doch wer kauft so ein Fahrzeug? „Sehr oft sind es Liebhaber“, sagt Bender. Aber auch Besitzer von Gastronomiebetrieben, Handwerker und Umzugsunternehmen haben bereits Feuerwehrfahrzeuge erstanden, erinnert sich der Zoll-Pressesprecher. Viele größere Autos seien auch zu Wohnmobilen umgebaut worden.

„Wir hatten auch schon eine Lokomotive aus dem Jahr 1909 in der Auktion“, erzählt Bender, „und den Mercedes 600 des ehemaligen sowjetischen Staatschefs Leonid Breschnew.“

Ein Investmentbanker habe einen Smaragd erstanden. Und ein Gönner ersteigerte einen Filmapparat, den eine Schule angeboten hatte, um ihn der Schule dann zurückzugeben, sagt Bender. Auch Kupferschrott habe schon sehr hohe Summen erzielt.

An eine Auktion erinnert sich Bender noch mit einem Schmunzeln: Eine deutsche Flagge, die einmal auf dem Reichstag wehte, inzwischen aber an Rändern etwas ausgefranst war, wurde versteigert. Den Zuschlag erhielt eine Bordellbesitzerin, die die Flagge auf ihrem Etablissement hisste.

Als das geschehen war, meldete sich die Frau bei der Boulevard-Presse, erhielt mächtig Aufmerksamkeit und versteigerte die Flagge dann für ein Vielfaches von dem, was sie zuvor dafür zahlen musste.

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