Terror in Paris: Hofgeismarerin hatte Angst um Verwandte

Kreisteil Hofgeismar. Auch Franzosen aus dem Kreisteil Hofgeismar sind erschüttert über die Attentate in Paris.

Nur wenige sind bereit, darüber öffentlich ihre Meinung kundzutun - viele haben Angst, dass Menschen aus diesem Umfeld auf sie aufmerksam werden könnten.

„Da meine Nichte dort in dem Viertel wohnt, habe ich mir große Sorgen gemacht und ihr sogleich eine SMS geschrieben“, sagt Sylvie Liotard. Am Samstagnachmittag hätte sie schließlich eine Antwort bekommen, dass sie wohlauf sei. Von ihrer jungen Verwandten weiß die Wahlhofgeismarerin, dass sie in der Nacht nicht nach Hause konnte, bei einer Freundin übernachten musste. Natürlich sei es gestern erstmal sehr ruhig in diesem eigentlich sehr belebten Stadtteil gewesen - auch zur Arbeit hätte ihre Nichte nicht gehen können, die in einem Musikgeschäft angestellt ist. Seit dem Anschlag auf Charlie Hebdo ist laut Liotard die Polizei- und Militärpräsens enorm in Paris. Und diese würde nun noch verstärkt.

Auch Martine, die ihren Nachnamen nicht preisgeben möchte, hat sogleich mit ihrer Schwester in Paris telefoniert. „Meine Schwester will das Wochenende über erstmal Zuhause bleiben“, berichtet die Französin, die seit 30 Jahren in Hofgeismar wohnt. Sowieso sei es den Anschlägen im Januar sehr verändert in der Metropole. „Mein Schwager erzählte mir, dass es oft Bombenalarm in der Metro gebe, die dann sofort geräumt werde.“ Auch auf der ganzen Champs Elysee gebe es inzwischen keinen Mülleimer mehr aus Angst vor Anschlägen. Dass der Anschlag an einem Freitag stattfand ist für Martine eine klare Sache: „Wir Franzosen leben für das Wochenende - am Freitag geht man ins Restaurant und die Bar, das ist völlig normal.“

Großes Unverständnis über die brutale Tat hat auch Marieyvonne Jacq aus Hofgeismar, die in Paris Verwandte hat. „Meine Familie in der Bretagne konnte mir am Telefon sagen, dass es allen gutgehe.“ Einige seien sogar nicht allzu weit entfernt vom Unglücksort gewesen, hätten somit großes Glück gehabt, so die Hofgeismarerin. Ganz Frankreich sei derzeit von den Attentaten erschüttert - ebenso wie auch hier in Deutschland.

Auch eine Grebensteiner Französin hat sogleich Kontakt zu ihrer Familie aufgenommen. Sei hätte zwar keine Verwandten und Freunde in Paris, wollte aber hören, wie die Stimmung sei. „Natürlich sind alle fassungslos - lange hat man bei radikalen Moslems weggeschaut, nun wird man handeln müssen.“

Aktuelles gibt zu den Terroranschlägen in Paris im Ticker

Rubriklistenbild: © AFP

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