Piepmätze suchen Tierfreund:

Hofgeismarerin rettet Vögeln das Leben - Suche nach Unterstützung

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Darf bei Tierfreundin alt werden: Roswitha König wird dieser Waldschnepfe für immer ein Zuhause geben müssen, da sie durch ein erblindetes Auge nicht mehr in der Lage ist gezielt zu Fliegen.   

Hofgeismar. Angst vor Würmern und toten Küken sollte man bei dieser Arbeit nicht haben. Eine Hofgeismarerin hat schon vielen Vögeln das Leben gerettet. Nun sucht sie Unterstützung. 

Bald ist wieder Brutzeit, das bedeutet Hochphase in der Vogelauffangstation von Roswitha König. Zwischen März und Mai werden bei der Hofgeismarerin die meisten Tiere abgegeben, oft junge Waisen, aber auch viele verunglückte Piepmätze, die sie mit viel Liebe aufpäppelt. Da das sehr zeitaufwendig ist, sucht sie nun Unterstützung – einen Menschen, der ihr tatkräftig zur Seite steht.

„Wenn die Brutzeit beginnt, bin ich von morgens bis abends mit den Tieren beschäftigt und dafür wünsche ich mir etwas Entlastung“, sagt die Tierschützerin. Weil die Zahl in den vergangenen Jahren derart in die Höhe schnellte, sie fast 450 große und kleine Vögel das Jahr über versorgte, ist die Aufgabe kaum mehr allein zu meistern.

Neben dem Füttern und Versorgen der Patienten nimmt das tägliche Saubermachen viel Zeit in Anspruch. Je nachdem muss das Reinigen der Käfige oft sogar mehrmals am Tag getätigt werden – „zum Beispiel, wenn ich Entenküken da habe, die machen nämlich jede Menge Dreck.“ Deshalb muss nun dringend eine Stütze her: „Ich suche jemanden, der verlässlich und vertrauenswürdig ist, sich nicht vor krabbelnden Mehlwürmern, Heimchen oder gefrorenen Küken ängstigt und natürlich reichlich Tierliebe mitbringt.“ Außerdem sollte Königs Hilfskraft nicht allzu pingelig sein, denn mit den Hinterlassenschaften der gefiederten Freunde kommt man auf der Auffangstation ständig in Berührung.

„Mir ist wichtig, dass derjenige Durchhaltevermögen hat und mich vor allem im Frühjahr, wenn es richtig rund geht, unterstützt.“ Da es für König selbst ein Ehrenamt ist, sie viel Geld für die Tiere aus eigener Tasche opfert, kann sie natürlich nichts bezahlen. „Ich bekomme schon mal eine Spende, wenn jemand einen Vogel bei mir abgibt, doch das reicht längst nicht.“ Nicht nur das Lebendfutter ist kostspielig, sondern auch die Medikamente wie Schmerzmittel und Antibiotika, die oft zum Einsatz kommen.

Stark verletzt: Diese Stadttaube hat sich schon gut erholt. Schmerzmittel und Antibiotika bekommt sie täglich und wird ins Freie gesetzt, sobald sei genesen ist.

Hinzu kommt, dass sie, sobald es wärmer wird, eine neue Voliere für ihren Vogel-Gnadenhof braucht. Vergangenes Jahr sei dort eine Rattenfamilie eingefallen und hätte Tauben und Amseln getötet, deshalb wolle sie diese nun ersetzen. Am liebsten wäre ihre sogar eine zweigeteilte Unterkunft, wo größere Vögel wie Tauben von kleineren Singvögeln getrennt gehalten werden könnten. Kosten dafür liegen um die 2000 Euro, wofür die tierliebe Frau niemals um eine Spende bitten würde. Allerdings nähme sie gern gebrauchte, ausrangierte Exemplare entgegen.

Als es mit der Vogelstation immer mehr wurde, hatte König sogar mal bei der Stadt Hofgeismar nach einem Zuschuss gefragt. Immerhin ist sie die offizielle Auffangstation für Vögel in Not im Kreisteil Hofgeismar, ist beim Veterinäramt als solches gemeldet. Antwort hat sie bis heute nicht bekommen.

Schon vielen Vögeln das Leben gerettet

Roswitha König päppelt nicht nur verwaiste und verunglückte Vögel auf, sie gibt solchen, die nie wieder fliegen können, ein Zuhause. Tauben, Enten, Schwäne, Greif- und viele Arten von Singvögeln machten schon Station bei ihr und wurden wieder ausgewildert. 

Derzeit versorgt sie rund 50 Tauben und 25 Kleinvögel. Dafür hat sie ein Tierzimmer im Keller und im Garten eine Hütte. Im vergangenen Jahr nahm die Hofgeismarerin 200 Singvögel auf, die Hälfte davon gesundete und konnte freigelassen werden. Da König sich besonders liebevoll um die Tiere kümmert, wurden auch schon Vögel aus anderen Bundesländern bei ihr abgegeben. 

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