Erster Rathaussturm seit 66 Jahren

Hofgeismars Bürgermeister von Narren eingesperrt

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Hofgeismar. Zum ersten Mal in 66 Jahren gab es am Rosenmontag auch in Hofgeismar einen Rathaussturm durch Karnevalisten, so wie schon seit langem in Grebenstein, Immenhausen und Calden.

Der Verein Goldene Elf 1948 wollte den Hofgeismarer Bürgermeister in seinem Büro überraschen, doch trotz größter Geheimhaltung hatte Markus Mannsbarth schon die Rathaustür versperrt und wollte sich mit wassergefüllten Luftballons verteidigen. Mit dem Ruf: „Markus rück den Schlüssel raus“ nahmen sie ihm die Stadtkasse ab und sperrten ihn in eine Gitterbox, in der er einmal um den Marktplatzbrunnen gefahren wurde, bevor er sich im Stadthallenrestaurant mit Getränken wieder freikaufte.

Nachdem die Hofgeismarer Karnevalisten vor fünf Jahren erstmals Frauen in den Verein aufnahmen, durften gestern auch erstmals Frauen am traditionellen Frühstück nach dem Aufräumen teilnehmen. Und statt einen vom Elferrat im Handwagen nach Hause zu fahren und sich dort verpflegen zu lassen, entschieden sich die Narren der Goldenen Elf für einen Rathaussturm, erstmals seit 1948.

Sie waren sicher, dass der neue Bürgermeister den Jux mitmacht, zumal er selbst in der Prunksitzung auf der Bühne stand. Die Bänkelsänger texteten ein spezielles Lied („Markus rück den Schlüssel raus, du bist nicht mehr Herr im Haus“) und sie drohten an, nun jedes Jahr am Rosenmontag wiederzukommen.

Nach kurzer Schlacht mit Konfettikanone, Wasserbomben und Alarm mit einer Handsirene war das vor allem mit Worten geführte Gefecht beendet und der Bürgermeister kaufte sich mit Getränken wieder frei, nachdem er selbst mehrmals Kräuterschnaps trinken musste. (tty)

Erstmals Rathausstürmung in Hofgeismar

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