Produktion in Firma steht still

Dach eingestürzt: Hofgeismars Partnerstadt Rosenau versinkt im Schnee

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Massen an Schnee: Die hat auch Hofgeismars Partnerstadt Rosenau am Hengstpaß zu bewältigen. Am Wochenende waren fast 600 Helfer vor Ort, um beispielsweise Dächer (hier am Rathaus) freizuschaufeln.

Das Schneechaos in den Alpen hat auch Hofgeismars Partnerstadt Rosenau getroffen. Wie es dort zurzeit aussieht. 

In Rosenau am Hengstpaß, Hofgeismars Partnerstadt, lag der Schnee am Montag 4,70 Meter hoch, berichtete Rosenaus Bürgermeister Peter Auerbach (SPÖ). Am Dienstag vor einer Woche hatte der Gemeindechef den Katastrophenfall ausgerufen.

„Es schneit immer noch weiter“, sagte der Oberösterreicher, allerdings zeige der Wetterbericht auf, dass es in den nächsten Tagen besser werden könnte. Damit meint der 64-Jährige Sonne und ausbleibenden Niederschlag.

Trügerische Idylle: Rosenau liegt in einer traumhaften Landschaft, die es bei Schneefall aber in sich hat.

Fast so viele Rettungskräfte wie Einwohner sind derzeit im knapp 700 Einwohner zählenden Ort. „Am Sonntag halfen 560 Helfer der Feuerwehr, Polizei, des Bergschutzes und des Bundesheeres beim Bewältigen der Schneemassen“, erklärte Auerbach. An den Tagen zuvor waren es schon 400 Rettungskräfte.

Schnee in Österreich: Firmendach in Rosenau stürzte ein

Trotz großer Bemühungen, das 20.000 Quadratmeter große Flachdach einer holzverarbeitenden Firma von der Schneelast zu befreien, stürzte dieses ein. Zuvor hatten 70 Soldaten des Bundesheeres sich bemüht, das Dach freizuschaufeln. Da der Schnee dort eine Höhe von rund 1,50 Meter erreicht hatte, soll die Last bei 300 Kilogramm pro Quadratmeter gelegen haben. Laut Statikberechnungen hätte es erst bei 400 Kilogramm kritisch werden sollen. Auch wenn keine Menschen zu Schaden kamen, so wurden Maschinen zerstört, sodass die Furnierproduktion erst mal stillsteht.

Eingestürztes Dach: Die Sägewerkshalle (Teilansicht) hielt dem Druck des Schnees nicht stand.

In einer Woche wurden in dem kleinen Ort 140 Gebäude vom Schnee geräumt. Die Straßenmeisterei ist im Dauereinsatz, die Straßen werden mit Schneefräsen freigeräumt. Die Kinder gehen seit Donnerstag nicht mehr zur Schule. Erst am heutigen Dienstag soll der Unterricht weitergehen. „Die Situation ist sehr angespannt und prekär“, bringt es Auerbach auf den Punkt. Auch die Skilifte stünden derzeit still.

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Kontakt wieder aufleben lassen

Soldaten waren auch in Rosenaus Nachbarort Spital am Pyhrn eingesetzt, das 40 Jahre lang die Partnergemeinde von Bodenfelde (Kreis Northeim) war. Seit rund zwei Wochen schneit es nun in Hofgeismars Partnerstadt, mit der es seit 1983 verschwistert ist. Dass es zu Problemen kommen könne, wenn das Tauwetter einsetzt, glaubt der Bürgermeister nicht. In Sorge um die Gemeinde war auch Hofgeismars Altbürgermeister Heinrich Sattler, der schon viele Male dort war und die Region genau kenne, wie er sagte. Er informierte sich direkt bei Auerbach über die Situation.

Der neue Hofgeismarer Partnerschaftsverein will die Kontakte zu Rosenau wieder aufleben lassen. Ein Treffen soll am 24. Januar stattfinden.

Über den Winter in Deutschland berichten wir an dieser Stelle: Dachlawine - Arbeiter stürzen beim Schaufeln sechs Meter in die Tiefe - ein Toter

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