Mehr als 200 Rosse

Holzhausen: Das Dorf der Pferde

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Holzhausen. Im Immenhäuser Stadtteil Holzhausen kommt auf jeden zehnten Einwohner ein Ross.

Wenn Schöneberg das Dorf der Rindviecher ist, dann ist Holzhausen das der Pferde. Mehr als 200 Rosse gibt es im 1800-Seelen-Dorf, also auf jeden Zehnten kommt mindestens ein Pferd. Wieso es so viele Stuten und Hengste, Jungpferde und Fohlen im Immenhäuser Stadtteil gibt, weiß allerdings niemand so recht zu sagen.

„Auf jeden Fall sind die Pferde inzwischen zu einem Alleinstellungsmerkmal von Holzhausen geworden“, sagt Bürgermeister Jörg Schützeberg. Dass sich derart viele Halter – oder Anbieter für Unterstellmöglichkeiten – hier angesiedelt haben, begrüßt das Stadtoberhaupt. Und natürlich sei ihm sehr daran gelegen, dass sich die Pferdefreunde hier wohl fühlten – Unsinnigkeiten wie etwa eine Pferdesteuer würde er nie vorantreiben. Bei entsprechender Nachfrage ist Schützeberg nicht mal abgeneigt über Neubaugebiete nachzudenken, die eine Pferdehaltung ermöglichen.

Bisher tummeln sich die Pferdenarren vor allem im alten Ortskern oder auf Aussiedlerhöfen. Dazu gehört auch Klein-Immenhof von Familie Seeger. „Wir bieten Erlebnispädagogik mit Ponys an“, erklärt Pferdephysiotherapeutin Sabrina Seeger. Das bedeute, dass bei ihnen nicht nur auf ihren 20 Ponys geritten wird, sondern alles rund ums Pferd dazugehöre – vom Putzen und Füttern bis hin zu Vorlieben und Abneigungen der Tiere wird hier erfahren und gelernt.

Moderner Aktivstall

Nur einige hundert Meter entfernt davon liegt der Hof der Schmidts. Erst vergangenes Jahr hat die Familie einen topmodernen Aktivstall auf ihrem Grundstück am Ortsrand gebaut. „Die Pferde werden bei uns nicht in Boxen gehalten, sondern sind alle frei – können sich jederzeit innen oder außen aufhalten“, erläutert Chefin Regina Schmidt. Neben dem großflächigen Außenbereich haben Schmidts eine eigene Reithalle. Davon gibt es ganze vier im Ort. 25 Pferde können hier untergestellt werden und noch gibt es Kapazität.

Artgerecht und liebevoll

Topmodern sind die Ställe im Tierzentrum von Andrea Robrecht nicht, dafür aber werden die Tiere bei ihr artgerecht und liebevoll betreut. Acht Ponys und Großpferde sind derzeit bei der Tierheilpraktikerin zuhause, wovon drei ihr gehören. Dass es in Holzhausen schon Anfang der 80er Jahre wenigstens 60 Pferde gab, weiß Robrecht. Eine Erklärung liegt für sie im starken Rückgang der Landwirtschaft: „Ehemalige Betriebe haben Ställe und Weiden und nutzen diese nun zur Pferdehaltung.“

Versteht etwas von Pferdezucht: Marjana Poppinga züchtet mit ihrem Mann Onno seit 30 Jahren Trakehner. Auf seinem Grundstück hat das Paar sogar eine Reithalle eingerichtet.

Einen solchen Hof nutzen auch Marjana und Onno Poppinga für ihre Trakehner-Zucht. Sogenannte Vielseitigkeitspferde, die sich für Springen und Dressur eignen, züchtet das Paar und ist damit seit 30 Jahren recht erfolgreich. „Derzeit haben wir einen Hengst, der in kurzer Zeit 21 Platzierungen geholt hat“, freut sich die 73-jährige Halterin. Bis vor einigen Jahren hätten sie ihre Tiere noch selbst eingeritten, doch inzwischen überlassen sie dieses Jüngeren.

Auch Poppingas verfügen über eine eigene Reithalle, ihr „Reitwohnzimmer“ wie sie es nennen, da es mit vielen Fenstern, Bildern und sogar Sofa ausgestattet ist.

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