Hotel-Pläne werden konkret: Fast alle Zimmer Richtung Tierpark

Rechtsstreit beendet: Sababurg-Umbau startet wieder

Bauskizze Sababurg Hotel
+
Skizze: So soll der Hotelneubau an der Sababurg aussehen.

Der Architektenstreit um die Sababurg ist beendet, die seit einem Jahr pausierenden Arbeiten zum Neubau des Hotels auf dem Dornröschenschloss können weitergehen.

Sababurg – Das neue Hotel und Restaurant auf dem Dornröschenschloss Sababurg soll doppelt so viele Zimmer beherbergen wie der bisherige Betrieb, sich aber dennoch in den historischen Ruinenkomplex einfügen. Das zeigen die Skizzen für den Um- und Neubau, die am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurden.tatt des stark horizontal gegliederten Flachdachbaus des jetzt noch stehenden Hotel- und Restaurantbetriebs soll der nächste Neubau die horizontalen, dominierenden Gebäudekanten des Palas und die geneigten Dachflächen und die charakteristische Vielfältigkweit der Burg aufgreifen. So erläutert Architekt Hans Rittmannsperger (Darmstadt) die Idee hinter den Neubauplänen.

Verwinkelter und kleinteiliger: Architekt Hans Rittmannsperger erklärt das Neubaukonzept.

Es werde keine einheitlichen lang gestreckten Elemente geben, sondern der Bau werde durch Kanten in kleinteilige Flächen und geneigte Dachflächen aufgegliedert und erhalte variable Fenstergrößen. Auch das Material soll sich mit hellem Klinker, Naturstein oder Stampfbeton dem Sandstein des Altbaus annähern, ohne ihn zu kopieren.

Das Vier-Sterne-Hotel werde 40 Zimmer erhalten, die sich auf die Türme, das modernisierte Kanzleigebäude sowie das Erdgeschoss und das Obergeschoss des Neubaus aufteilen. Auch zwei Apartments sind geplant.

In Alt- und Neubau sollen in Restaurant- und Tagungsräumen insgesamt 200 Personen bewirtet werden können.

Der historische Teil mit dem Kanzleigebäude (links) sowie der Treppenhausanbau der 60er Jahre (Mitte) soll erhalten und modernisiert werden. Der Flachdachanbau (rechts) wird durch einen Neubau ersetzt.

Die Hotelgastronomie wird sich auf das Untergeschoss und eine Terrasse in Richtung Tierpark konzentrieren. Unabhängig davon soll im Erdgeschoss des Kanzleigebäudes (neben der aktuellen Terrasse) eine kleine Außengastronomie entstehen. Das ermögliche eine völlig getrennte Bewirtschaftung von Hotel und Gastronomie.

Auf der Sababurg hatten im Frühjahr 2020 erste Rückbauarbeiten begonnen, um den Abriss des rund 50 Jahre alten Hotel- und Restaurant-Anbaus vorzubereiten. Diese mussten aber ab Frühsommer 2020 ruhen. Beim Ortstermin am Donnerstag in der Teilruine zeigte sich Heinz Jahn, Projektleiter in der Kasseler Niederlassung des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH), erleichtert, dass das Projekt endlich vorankommt. Grund für die Verzögerung war, dass nach Vergabe des Planungsauftrags ein unterlegenes Architekturbüro Einspruch eingelegt hatte.

Heinz Jahn

Der Ausgang des Nachprüfungsverfahrens musste erst abgewartet werden. Nun hat die Vergabekammer entschieden. Jahn: „Die Sanierungsarbeiten an der Sababurg können endlich weitergehen.“ Der für 2022 geplante Fertigstellungstermin könne längst nicht mehr eingehalten werden, auch die auf zwölf Millionen Euro geschätzten Kosten würden wegen der Baupreissteigerungen nicht zu halten sein. Jetzt beginnen die Feinplanungen, um die Bauarbeiten ausschreiben zu können. Erst im Jahr 2023 könne der Um- und Neubau beginnen, der etwa drei Jahre dauern werde.

Es sei wichtig, den Bau nun schnell umzusetzen, um die Idee vom märchenhaften Dornröschen, das angeblich auf der Sababurg schlief, erneut wachzuküssen. Laut Jahn müssten Stadt, Land und Kreis eng zusammenarbeiten, um die Marke Sababurg noch bedeutender zu machen. Der Landtagsabgeordnete Armin Schwarz sagte, dass die ersten Haushaltslesungen für 2022 begonnen hätten. Es gelte nun, das Projekt gegen Wünsche aus Süd- und Osthessen zu verteidigen, um das Geld in Nordhessen zu halten. Auch Uwe Pietsch vom Landkreis Kassel und Hofgeismars Bürgermeister Torben Busse unterstrichen die enorme Bedeutung der Burg für den Tourismus in der Region. Während des Pressetermins hielt wieder ein Bus voller Touristen vor dem Dornröschenschloss, obwohl die Anlage derzeit wochentags geschlossen ist.

Der Innenhof der Sababurg wird nach Abriss des Hotelanbaus (ganz links) teilweise überbaut, da das neue Hotel mehr Platz braucht.

Der Hotelbetrieb auf der Sababurg ruht seit Mai 2018. Zuvor hatte es mehrjährige Differenzen mit den Pächtern gegeben, die die Gastronomie auf der Sababurg seit 1957 betrieben. Das Land hatte schließlich den Pachtvertrag nicht verlängert, weil eine Sanierung bei laufendem Betrieb nicht möglich gewesen sei.

Damit das Dornröschenschloss als Touristenziel nicht in Vergessenheit gerät, werden im Sommerhalbjahr an den Wochenende Außenbesichtigungen und Kulturauftritte sowie ein Imbiss angeboten. Die Dornröschenaufführungen waren in diesem Sommer, trotz schlechten Wetters, regelmäßig ausgebucht, wie Bürgermeister Torben Busse berichtet. Im Juli waren bei (wegen Corona reduzierten Sitzplätzen) über 570 Zuschauer da, im August 640.

(Thomas Thiele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.