Zug gab Warnsignal

Halter überquert unerlaubt Gleise: Hund von ICE überfahren

Hofgeismar. Ein Hund ist gestern in Hofgeismar von einem ICE überfahren und dabei zweigeteilt worden.

Aktualisiert um 16.50 Uhr.

Der Halter des Hundes schaffte es in letzter Sekunde unverletzt über die Gleise. Wie die Polizei auf Anfrage bestätigte, wollte ein 72-jähriger Mann die Gleise an einer dafür nicht vorgesehen Stelle in Bahnhofsnähe überqueren, um im gegenüberliegenden Buschwerk seine Notdurft zu verrichten. Bei sich hatte er einen nicht angeleinten Hund. Nach Angaben der Polizei fuhr in dem Moment ein ICE aus Kassel kommend an und gab noch einen sogenannte Achtungspfiff ab. Der Lokführer konnte nicht mehr bremsen. Der ICE erfasste den Hund, der 72-jährige Mann schafft es über die Gleise. „Der Mann hat Glück gehabt“, sagt Peter Dittel, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel. „Ein ICE fährt mit mit 250 Kilometern pro Stunde, da kann es sich nur um Sekunden gehandelt haben.“ Das bestätigen auch Augenzeugen. Alexander Eichel aus Hofgeismar wartete zum Zeitpunkt des Vorfalls am Bahnhof auf eine Regiotram. „Plötzlich sah ich einen Mann über die Gleise torkeln, der offenbar betrunken war“, sagt Eichel. „Nachdem der ICE durchgefahren war, sah ich, wie sich der Mann aufrappelte. Er war offenbar hingefallen.“ Eichel und ein weiterer Zeuge beobachteten dann, wie der 72-Jährige den Torso des Hundes über eine Brüstung in das Flüsschen Esse warf. „Daraufhin sind wir hinter ihm hergelaufen und haben ihn abgepasst“, sagt Eichel. Die Zeugen hielten den Mann auf, bis die Polizei eintraf. „Die Beamten wiesen den 72-Jährigen darauf hin, dass er den toten Hund mitnehmen muss“, sagt Polizeisprecher Jürgen Wolf. Der 13-jährige Tom Mangold aus Hofgeismar hat den Vorfall ebenfalls mitangesehen. „Er bekommt die Sache nicht mehr aus dem Kopf“ sagt seine Mutter Carmen. „Die Bilder werden ihn noch lange verfolgen."

Hintergrund: Tierkadaver nicht in die Biotonne

Tote Haustiere müssen laut Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, ordnungsgemäß nach dem Tierkörperbeseitigungsgesetz entsorgt werden. Das heißt: Tierkadaver dürfen zum Beispiel nicht in die Biotonne. Halter können Haustiere auf einem Tierfriedhof vergraben, sie einem Tierarzt überlassen, der sie dann in der Regel verbrennt, oder im eigenen Garten vergraben. Das ist aber nur erlaubt, wenn sich das Grundstück nicht in der Nähe eines Wasserschutzgebiets, öffentlichen Wegen oder Plätzen befindet. Wer sein Tier auf dem eigenen Grundstück vergräbt, muss darauf achten, dass es mindestens 50 Zentimeter tief unter der Erde liegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.