Deutlich weniger Geld für die Förderregion Hessenspitze

Im Kreisteil Hofgeismar bricht Unterstützung weg

Das Dorfgemeinschaftshaus in Zwergen wurde unter anderem mit Geld aus dem Leaderprogramm saniert.
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Das sanierte Dorfgemeinschaftshaus in Zwergen ist eins der Projekte, die 2020 aus dem Leader-Programm gefördert wurde. Im Bild von links Regionalmanager Carsten Petry, Liebenaus Bürgermeister Harald Munser sowie Peter Nissen vom Servicezentrum Regionalentwicklung beim Kreis.

Mit 200.000 Euro wollte die Förderregion Kulturlandschaft Hessenspitze Projekte von Vereinen, Privatleuten oder Gemeinden unterstützen. Doch für 2021 bleiben nur etwa 50.000 Euro.

Hofgeismar – Das teilte Regionalmanager Carsten Petry mit. Betroffen sind Vorhaben, die aus dem Regionalbudget gefördert werden sollten. Und auch für Projekte, die aus Leader-Programmen unterstützt werden, ist die weitere Unterstützung unklar. Die Förderregion Kulturlandschaft Hessenspitze umfasst weitgehend die Altkreise Wolfhagen und Hofgeismar.

Budget steht nicht fest

Weder die Regionalmanager noch die Mitarbeiter des Servicezentrums Regionalentwicklung beim Kreis wüssten derzeit, mit welchem Budget sie planen können, informierte die Förderregion Hessenspitze am Montag in einer Pressemitteilung.

Carsten Petry

Grund sei das Programm „Starkes Land – gutes Leben“ des Umweltministeriums. Damit habe die Landesregierung ein „gut wirkendes Entwicklungskonzept auf die Beine gestellt, das jedoch im Bereich der Regionalentwicklung kaum in die Tat umgesetzt werden kann“, erklärte Petry.

Keine Förderung für Gründer

Die Folge: Gründungen oder Erweiterungen von Kleinstunternehmen in der Grundversorgung, im Handwerk und Beherbergungsgewerbe könnten nicht mehr gefördert werden. Das betreffe auch infrastrukturelle und touristische Vorhaben von Städten und Gemeinden.

„Was uns fehlt, ist ein realistischer Blick auf die aktuelle Fördermittel-Situation und die Nutzung etablierter Strukturen vor Ort“, ergänzte Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake, Vorsitzender der Region Kassel-Land. Unter deren Dach arbeitet die Hessenspitze. Die Finanzierung sei „bei weitem nicht so rosig, wie im Aktionsplan dargestellt“.

Vereine betroffen

Leidtragende seien vor allem Vereine, die mit ihren Anträgen leer ausgingen, stellte Vizelandrat Andreas Siebert fest. Dabei sei das Regionalbudget ein „echtes Erfolgsmodell“. Nicht nur das fehlende Geld sei ein Problem, sondern auch der Verlust von Glaubwürdigkeit. Denn hinter vielen Projekten ständen Menschen, die sich seit Jahren für diese Anliegen eingesetzt hätten. Sie wären dankbar, wenn ihr Projekt durch Geld aus dem Regionalbudget umgesetzt werden könnte. (Bernd Schünemann)

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