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Im Reinhardswald den Weihnachtsbaum selbst sägen

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Von: Eike Rustemeyer

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Ein Weihnachtsbaumverkäufer netzt einen Baum ein.
Hier netzt der Chef selbst ein: Inhaber Frank Becker verpackt eine Nordmanntanne auf seinem Hof in Kassel-Wilhelmshöhe. © Eike Rustemeyer

Die Suche nach dem Weihnachtsbaum steht bevor. Im Kreis Kassel kann man die Bäume auch selbst schlagen und aus dem Wald holen.

Hofgeismar – Ob mit Bratwurst und Glühwein im Forstrevier Waldhaus im Reinhardswald, auf dem Weihnachtsmarkt von Gut Winterbüren in Fuldatal oder auf dem Hof des Forstbetriebs Frank Becker in Kassel-Wilhelmshöhe: Möglichkeiten, einen Weihnachtsbaum aus der Region zu kaufen, gibt es in Kreis und Stadt Kassel reichlich. Mancherorts kann der Baum selbst mit einer Säge aus dem Wald geholt werden.

Seit 1981 ist er selbstständig unter anderem im Weihnachtsbaumgeschäft, erzählt Frank Becker. Er bewirtschaftet Weihnachtsbaumkulturen in Oelshausen, Istha und Bad Emstal. Verkauft werden die Bäume in seinem Hauptlager in Kassel. Er bietet auch die Möglichkeit an, sich auf seinen Flächen in Zierenberg und Sand selbst einen Weihnachtsbaum zu schlagen.

Baumpflege ist ein „Ganzjahresjob“

Die Pflege seiner Nordmanntannen und Blaufichten sei ein „Ganzjahresjob“, erklärt der 61-Jährige. „Viele arbeiten mit Chemie, um das Wachstum der Bäume zu bremsen, damit sie die typische Form bekommen“, sagt Becker. Er hingegen knipse im Frühjahr mit einer Spezialschere in die Spitze jedes einzelnen Baumes. Diese Druckstellen sorgten dann für eine langsamere Zirkulation des Baumsaftes und bremsten das Wachstum. Das sorge für gleichmäßig gewachsene und volle Weihnachtsbäume – ohne Chemie und nur durch Handarbeit. „Wer Weihnachtsbäume pflanzt, muss mit Herzblut dabei sein“, sagt Becker. Er hat zwei Mitarbeiter und Saisonkräfte, packt aber auch selbst mit an. Nach eigenen Angaben verkauft er mehr als 1000 Bäume im Jahr.

Revierleiter Andreas Hei-mann vom Forstrevier Eiterhagen bringt beim traditionellen Verkauf an der Weihnachtsbaumkultur in Albshausen etwa 300 bis 400 Bäume jedes Jahr unter die Leute, die von überall her kommen. „Die Coronaregeln haben uns in den vergangenen zwei Jahren etwas ausgebremst, aber jetzt planen wir alles wie immer“, berichtet Heimann. Wer sich einen passenden Baum ausgesucht hat, muss den selber sägen, bevor er ihn mit nach Hause nehmen kann.

Bäume nicht chemisch behandelt

Lokale Bäume, die nicht chemisch behandelt wurden, bietet auch das Forstamt Reinhardshagen an. Dort können sich Interessenten am Sonntag, 18. Dezember, von 10 bis 14 Uhr eine Fichte aussuchen und selbst schlagen. Das Forstamt empfiehlt, eine Säge mitzubringen, außerdem dem Wetter angepasstes Schuhwerk und Kleidung. Zum Verkauf stehen Fichten aus dem regionalen Reinhardswald, sagt Klemens Kahle vom Forstamt.

Wer sich noch nicht entschieden hat, ob er den Baum selbst sägen oder doch lieber nur aussuchen will, ist bei den Waldinteressenten Großenritte in Baunatal oder auf Gut Winterbüren in Fuldatal gut aufgehoben. Dort gibt es beide Möglichkeiten.

Wem das alles zu viel Aufwand ist, kann den Baum natürlich in einem der Baumärkte im Kreis oder in der Stadt oder an einem der vielen Verkaufsstellen aussuchen. Nur wird dann im Wohnzimmer vermutlich kein regionaler Baum, sondern einer aus dem Sauerland oder möglicherweise aus Dänemark stehen. (Eike Rustemeyer)

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