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Windpark Reinhardswald: VGH erlaubt Stubbenrodung an sieben Standorten

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Von: Daria Neu

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Das Bild zeigt ein Windrad im Wald.
An einigen Standorten dürfen Stubbenrodungen im Windpark Reinhardswald vorgenommen werden. Das Bild zeigt ein Windrad im Wald. © Thomas Thiele

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Kassel erlaubt der Windpark Reinhardswald GmbH und Co. KG an sieben Standorten die Stubbenrodung.

Nach Monaten hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel eine Entscheidung getroffen: An sieben von 18 Standorten darf die Windpark Reinhardswald GmbH und Co. KG die Stubben roden. Die Bäume waren bereits Anfang vergangenen Jahres gefällt worden. Danach hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald einen Anwalt eingeschaltet und einen Baustopp erwirkt (wir berichteten).

Der VGH teilte heute Mittag mit, dass die geplanten Arbeiten an den Standorten der Windenergieanlagen 10 bis 12 und 16 bis 19 starten könnten. Grund sei, dass man laut Gutachten an diesen Standorten von einer Vergrämung der Haselmaus ausgehen könne. Dies hätten ein Ortstermin im Herbst und ein Sachverständigengutachten ergeben. Experten sprechen von Vergrämung, wenn eine wiederholte Störung einer Wildtierart dafür sorgt, dass sie dadurch vertrieben wird.

Für die restlichen Standorte jedoch habe die Begutachtung ergeben, dass die „bislang ergriffenen Maßnahmen zur Vergrämung der Haselmaus nicht ausreichend“ gewesen seien.

Dass die Arbeiten an sieben Standorten nun starten dürfen, freut vor allem Ralf Paschold, Geschäftsführer der Windpark GmbH und Co. KG. Dennoch betont er: „Wir hätten liebend gern schon den trockenen Sommer zur Stubbenrodung genutzt. Nun ist es wieder nass und wir müssen erst einmal genau prüfen, wie wir mit diesen Bodenverhältnissen umgehen.“ Wann genau die Rodungen starten, wusste er gestern daher noch nicht.

Fakt sei aber: „Wir kommen in kleinen Schritten weiter.“ An den restlichen elf Standorten seien in der Zwischenzeit neue Brombeersträucher gewachsen. Diese müssten im Sinne der Vergrämung erst wieder zurückgeschnitten, dann müsse bis zum Ende des Winterschlafs der Bilche erneut abgewartet werden.

Gabriele Niehaus-Uebel von der Bürgerinitiative bewertet den Beschluss ganz anders: Der VGH bestätige seine frühere Entscheidung, indem lediglich sieben der 18 Anlagenstandorte zur Rodung freigegeben würden. „Damit können weiterhin die potenziellen Haselmausvorkommen an elf Anlagenstandorten geschützt werden“, sagt Niehaus-Uebel und ergänzt: „Wir hoffen nun sehr, dass der VGH bald über den Eilantrag vom Februar 2022 entscheidet. Ein langer Weg liegt noch vor uns.“

Windpark Reinhardswald: Es gibt zwei Klagen und zwei Eilanträge

Rechtsanwalt Dr. Martin Gellermann, der die Klägerin vertritt, erklärt, dass dem VGH zwei Klagen und zwei Eilanträge vorlägen. Dabei geht es einmal um die immissionsrechtliche Genehmigung und einmal um die Genehmigung für die Zuwegungen. Bislang habe der VGH nur auf einen Hängebeschluss (Zwischenentscheidung) hinsichtlich eines Antrages reagiert. Der Eilantrag selbst sei thematisch viel breiter aufgestellt. Die Haselmaus sei schließlich nicht das einzige Problem. (Daria Neu)

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