Immenhäuserin belegt 2. Platz bei Jugend forscht: Merkel gratulierte

Erfolgreiche Forscherin: Viele Stunden verbrachte Michelle Naass im Chemielabor des Schülerforschungszentrums in Kassel, um mit zwei Freunden ein haushaltstaugliches Verfahren zu Trennung von Melamin zu entwickeln. Da dabei verunreinigtes Milchpulver im Fokus stand, kam auch normale Milch des öfteren zum Einsatz. Foto: Temme

Hofgeismar. Michelle Naass ist derzeit so etwas wie der Stolz der Hofgeismarer Albert-Schweitzer-Schule. Mit zwei Freunden holte sie den zweiten Platz bei dem Wettbewerb „Jugend forscht“.

Den bekam sie mit ihrem Team für eine Art kleine Maschine, mit der man den Stoff Melamin in Milchpulver nachweisen kann.

Vor drei Jahren begann sich die Immenhäuserin in ihrer Freizeit im Schülerforschungszentrum Nordhessen in Kassel zu engagieren. Dort lernte sie auch Kay Rübenstahl und Duo Andreas Qiu kennen, zwei Kasseler mit denen sie das Projekt durchgeführt hat. Ohne den Wettbewerb im Hinterkopf zu haben, einigten sich die Drei darauf, den Stoff Melamin zu untersuchen, der häufig bei Küchenutensilien Verwendung findet.

Milchpulverskandal 

Besondere Ehre: Mitte der Woche besuchte Michelle Naass (3. von links) das Bundeskanzleramt mit ihren Teamkollegen. Dort wurde sie von der Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen. Repro: Temme

„In diesem Zusammenhang haben wir natürlich auch recherchiert, welche Gefahren von dem Stoff ausgehen und sind somit auf die Milchpulverskandale in China gestoßen“, erklärt die Schülerin. Milchpulver wurde dort mit dem giftigen Material gestreckt, was viele Kinder erkranken und sogar sterben lies. Aktuell schein es in Saudi Arabien ähnlich praktiziert zu werden. Wie kann man also feststellen, ob ein Milchpulver mit Melamin verunreinigt ist? Dieser Frage ging das Trio nach - traf sich drei Jahre lang mindestens einmal die Woche im Forschungszentrum, wo Versuche verschiedenster Art stattfanden. Irgendwann hätten sie schließlich herausgefunden, dass bei Zugabe von einer bestimmten Chemikalie eine Ausflockung stattfindet, die eine Verunreinigung beweist. Um diese Flocken für jedermann gut sichtbar zu machen, haben die jungen Forscher schließlich eine kleine Maschine entwickelt, die mit Zentrifugalkraft die Materialien voneinander trennt. „Unsere Maschine ist klein und kompakt. Wenn oben im Röhrchen etwas Weißes ist, hat man den Beweis.“

Neben einem Geldpreis in Höhe von 2000 Euro bekam das Forscherteam eine achttägige Reise nach China von „Jugend forscht“ geschenkt. Dort stellten sie bei einem ähnlichen Wettbewerb ihre Entwicklung ebenfalls vor und belegten dort abermals den zweiten Platz (Kategorie international).

Besonders aufregend war der Besuch im Bundeskanzleramt, wo Mitte der Woche sämtliche Sieger des Wettbewerbs von Angela Merkel beglückwünscht wurden. Übrigens hat eine Wuppertaler Firma schon Interesse an der Maschine bekundet. Demnächst würden mit der Geschäftsleitung Gespräche stattfinden, so Naass.

Natürlich ist für die Abiturientin nun nicht Schluss mit dem Forschen - mit einer anderen jungen Frau will sie nun einen ökologisch abbaubaren Ersatz für Mikroplastik finden.

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