Nur sechs Bruten in 2018

Immer weniger Schleiereulen in der Region: Studierende untersucht Ursache

+
Schleiereule: Nach 25 Jahren zogen die Vögel 2015 zum ersten Mal in Kassel-Wolfsanger wieder Nachwuchs auf.

Sie lebt in Afrika, Asien, Amerika, Australien und Europa. Damit zählt die Schleiereule zu den am weitesten verbreiteten Vogelarten überhaupt. Doch hier wird sie immer seltener.

In unserer Region machen sich Naturfreunde große Sorgen um die Eule mit dem herzförmigen Schleier im Gesicht, dem sie ihren Namen verdankt.

2018 registrierten Vogelkundler nur sechs sichere Schleiereulen-Bruten. 2019 waren es fast doppelt so viele. Hinzu kommt eine Dunkelziffer. Landesweit rechnen Beobachter mit maximal 200 Paaren. Trotzdem macht das die Bedrohung deutlich, denn früher gab es fast kein Dorf, in dem die Schleiereule nicht brütete.

Brutplätze der Schleiereule untersuchen

Deswegen ist Celina Hübenthal jetzt auf der Suche nach Brutplätzen der selten gewordenen Eule. Sie studiert in Bernburg Naturschutz und Landschaftsplanung und bereitet sich jetzt auf ihre Bachelorarbeit vor. In dieser Arbeit will sie den Bestand und den Bruterfolg der Eulen untersuchen. So will die junge Frau aus dem Kasseler Süden dazu beitragen, die Gründe für den starken Rückgang zu finden. Denn bisher gebe es dazu eine Reihe von Vermutungen, sagt Stefan Stübing, Vogelkundereferent der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Doch die seien letztlich noch nicht belegt.

Deswegen hofft die Kasselerin auf die Meldung möglichst vieler Schleiereulen-Bruten. Dazu hat die HGON eine Mail-Adresse eingerichtet: schleiereule@hgon.de Über diese Adresse können Menschen, die eine Brut melden wollen, Kontakt mit Celina Hübenthal aufnehmen. In der Zeit der Balz und der im Mai beginnenden Fütterung der Jungtiere fielen die Eulen besonders auf, sagt die junge Kasselerin. Deshalb könnten bald Meldungen unter dieser Adresse eingehen. Die 22-Jährige will gemeldete Brutplätze unter die Lupe nehmen und nach Kriterien für erfolgreiche oder gescheiterte Bruten suchen.

Celina Hübenthal bei einer Exkursion im Zion-Nationalpark in Utah/USA.

Daneben sucht sie weitere Informationen zu den Eulenbruten in den vergangenen Jahrzehnten. Damit will sie herausfinden, ab wann die Zahl der Schleiereulen abnahm, um weitere Gründe zu ermitteln. Deshalb hofft Hübenthal auf Daten bis zurück in die 1970er Jahre.

Für Eulen und Greifvögel interessiert sich Celina Hübenthal schon lange. So entstand gemeinsam mit Stefan Stübing die Idee, für ihre Bachelorarbeit den Rückgang der Schleiereule zu untersuchen. Bis vor Kurzem hat die Studentin als Praktikantin im Wasserhaus in Fuldatal gearbeitet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.