Praxen führen Wartelisten für Termine

Impfen gegen Corona bei Hausärzten im Kreisteil Hofgeismar sehr gefragt

Maren Lucas-Hecker in einer Arztpraxis in Hofgeismar.
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Nur mit Anmeldung: In der Arztpraxis Nolte in Hofgeismar (hier Mitarbeiterin Maren Lucas-Hecker) werden Formalitäten wie die medizinische Vorgeschichte im Vorfeld abgewickelt, damit die Impfung schneller geht.

Sie sollen die Kampagne voranbringen: Hausärzte in Hessen dürfen jetzt parallel zu den Impfzentren gegen das Coronavirus impfen.

Kreisteil Hofgeismar - Die Nachfrage danach ist offenbar groß, wie eine HNA-Nachfrage bei Praxen im Kreisteil Hofgeismar ergeben hat. In Trendelburg bekommt laut Dr. Christoph Schmidt am heutigen Mittwoch um 10 Uhr der erste Impfwillige das Vakzin von Biontech verabreicht – danach folgen an diesem Tag noch weitere 17. Insgesamt gebe es vonseiten der Einwohner Trendelburgs eine sehr hohe Nachfrage, was die Impftermine angehe. „Wir arbeiten mit der Kommune eng zusammen und werden unter anderem ein Termintelefon einrichten“, sagt Schmidt.

In dieser Woche werde in der Gemeinschaftspraxis, die er mit Dr. Tanja Lück führt, 60 Impfungen gegen das Virus vorgenommen. „Für die nächste Woche bekommen wir 90 Impfdosen“, fügt Schmidt hinzu, für den das Impfen absolute Priorität hat. Bis zum Ende des Sommers sollen alle Menschen in Stadt und Ortsteilen geimpft sein.

Praxis Nolte: Arbeiten in der Freizeit

Schon Tage, bevor es mit dem Impfen losgeht, hat die Praxis der Allgemeinmedizinerin Johanne Nolte in Hofgeismar ihre Patienten informiert und Informationsblätter sowie Anmeldebögen verteilt. Innerhalb von zwei Tagen hat sich bereits ein Karteikasten mit etwa 100 Vormerkungen für ein Impfgespräch mit der Ärztin gefüllt. „Wir versuchen, soviel wie möglich vorzubereiten, damit wir schnell reagieren können, wenn der Impfstoff kommt“, schildert Praxis-Mitarbeiterin Maren Lucas-Hecker die Situation.

Das Problem bei der Vorbereitung ist nach Angaben des Praxisteams, dass erst kurzfristig bekannt gegeben wird, wie viel Impfstoff wann kommt. Dieser braucht dann auch Zeit zum Auftauen, und die Patienten müssen zum Impfen einbestellt werden. Dabei geht es streng nach den Priorisierungsgruppen, ein Tag in der Woche wird für die Impfungen vorgesehen. Das könnte beispielsweise der Mittwochnachmittag sein, wenn die Praxis normalerweise geschlossen ist. „Wir arbeiten dann eben in unserer Freizeit“, berichten die Mitarbeiterinnen.

Unterdessen sorgt das neue Impfangebot mancherorts auch für Verdruss. HNA-Leser Friedhelm Illian (69) aus Liebenau wollte sich in seiner Hausarztpraxis im nordrhein-westfälischen Körbecke impfen lassen. Er wurde trotz Vorerkrankung jedoch abgewiesen, da eine Impfung nur im Bundesland des eigenen Erstwohnsitzes möglich sei. (Paul Bröker, Thomas Thiele, Nela Müller)

Prioritätenliste bleibt vorerst bestehen

Wie auch in Impfzentren gilt für die Hausarztpraxen, dass die festgelegte Prioritäten-Reihenfolge für die zu impfenden Personengruppen eingehalten werden muss. Das liege auch daran, dass es derzeit noch nicht genügend Impfstoff gebe. „Ich gehe davon aus, dass diese Liste im Sommer aufgehoben werden kann“, sagt Dr. Christoph Schmidt. Ob jemand impfberechtigt ist, können die Ärzte leicht nachprüfen, da sie die Diagnosen der Patienten gespeichert haben.

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