Kohlenmonoxid-Melder können Leben retten

Feuerwehr warnt: Kohlenmonoxid tritt unter anderem beim Grillen auf

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CO-Melder der Einsatzkräfte: Die Feuerwehr trägt an ihrer Schutzkleidung Eingasmessgeräte, um CO aufzuspüren.

Hofgeismar. Die Feuerwehr Hofgeismar warnt vor Kohlenmonoxid-Gefahr zur Grill-Saison.  Doch warum ist das Gas so gefährlich? 

Rund 500 Menschen sterben deutschlandweit jährlich durch eine Kohlenmonoxidvergiftung. Die Gefahr drohe insbesondere auch während des Frühjahrs und Sommers, wenn die Grillsaison im vollen Gange sei, warnt Peter Stahl, Kreisfeuerwehrarzt aus Hofgeismar. Denn: „Das Grillen in Wohnungen oder Garagen kann für tödliche Gasansammlungen sorgen.“

Das könne ganz schnell bei Grillpartys, die in Garagen oder Grillhütten stattfinden, passieren, erklärt Stahl. Zudem müsse man achtsam sein, wenn man Gasheizstrahler aufstellt. „Nicht nur während der kalten Wintermonate nimmt die Vergiftung durch das geruch- und geschmacklose Gas zu, wie viele annehmen“, erklärt Stahl.

Immer wieder komme es zu Einsätzen der Feuerwehr, bei denen das Gas Kohlenmonoxid (CO) durch diverse Verbrennungsmotoren austrete. Besonders gefährlich sei auch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung bei gleichzeitigem Alkoholkonsum, da die ersten Anzeichen für eine Vergiftung nicht entsprechend gedeutet werden können. „Müdigkeit und Schwindel beispielsweise“, erklärt Stahl.

Denn bei zunehmender Bewusstseinsstörung könne die toxische Wirkung von CO nicht mehr genau abgegrenzt werden und erschwere die Behandlung. Kohlenmonoxid entsteht immer, wenn Stoffe wie Holz, Kohle, Papier, Öl oder Kunststoffe verbrennen. Das Einatmen des Gases kann innerhalb von Minuten bei entsprechender Konzentration zum Tod führen, warnt die Feuerwehr.

Für Sauerstoffmangel im Haus sorgen vor allem luftdichte Energiesparfenster, Dunstabzughauben, Badentlüftungen und Probleme mit dem Kamin. Die Feuerwehr rät, neben Rauchmeldern auch einen CO- Warner zu installieren. Diese sind im Baumarkt ab 20 Euro erhältlich.

Kohlenmonoxid – der „leise Mörder“ bringt jährlich schätzungsweise hunderte von Menschen allein in Deutschland um. Das CO-Gas ist besonders gefährlich, da es geschmack- und geruchlos ist. Man bemerkt den Gas-Austritt nicht. Schon mehrfach hat es tragische Unfälle mit Todesfolgen gegeben.

Wir sprachen mit Kreisfeuerwehrarzt Peter Stahl aus Hofgeismar über Gefahrestellen, Prävention und Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Gefahren

Kohlenmonoxid entsteht durch unvollständige Verbrennung bei Mangel an Sauerstoff. Das passiert wenn Gas, Benzin oder Kohle nicht vollständig verbrennen und wenn die Sauerstoffzufuhr nicht ausreichend ist.

Die Gefahrenquellen lauern überall dort, wo eine Verbrennung von organischen Gegenständen stattfindet. Das wären im Haus der Ofen, Gasherd, Heizstrahler, Kamin und Schornsteinanlage. Benzinmotoren und das Grillen mit Holzkohle in geschlossenen Räumen bergen große Gefahren, selbst bei geöffneten Fenstern und Türen ist Grillen im Haus lebensgefährlich, warnt Peter Stahl.

CO-Melder der Einsatzkräfte: Die Feuerwehr trägt an ihrer Schutzkleidung Eingasmessgeräte, um CO aufzuspüren. 

Symptome

Zu den Symptomen gehört die Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit, erklärt Peter Stahl. Dazu zählen zum Beispiel Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Benommenheit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle und Atemnot. Die Symptome seien deshalb so tückisch, da sie kaum von einer „harmlosen“ Übelkeit zu unterscheiden seien, sagt Stahl. Besonders empfindlich reagieren ältere Menschen, Herzpatienten und Ungeborene im Mutterleib auf das Gas.

Prävention

Kohlenmonoxid-Melder (CO-Melder) können das unsichtbare Gas aufspüren und damit im Ernstfall Leben retten, sagt Peter Stahl. Aber: Man müsse auf die richtige Installation der Melder achten. Sie sollen zwar in der Nähe von potenziellen Gefahrenquellen wie Heizungsanlagen montiert werden, ein wenig Abstand helfe aber, eventuelle Fehlalarme zu vermeiden, erklärt er. In Häusern mit mehreren Etagen wird empfohlen, in jedem Stockwerk zumindest einen CO-Melder zu installieren.

Da Kohlenstoffmonoxid etwa gleich schwer wie Luft ist und sich gleichmäßig im Raum verteilt, sollen die Melder in der Regel auf Hüfthöhe an der Wand installiert werden. „Manche Menschen bringen CO-Melder neben dem Rauchmelder an der Decke an“, erklärt Stahl. Das sei aber falsch. Alternativ können viele CO-Melder auch auf einer ebenen Fläche wie einem Tisch oder Regal aufgestellt werden.

Rettung

Wenn es zu einer Vergiftung kommt, verdrängt Kohlenmonoxid den Sauerstoff im Körper. Für die Rettungskräfte gilt es dann, den Sauerstoffgehalt wieder anzuheben, sagt Stahl. Das erfolgt durch eine Sauerstoffmaske. Falls das nicht ausreiche, müsse man einen Beatmungsschlauch zur Hilfe nehmen. Wenn eine schwere Vergiftung vorliegt, muss der Patient in eine Druckkammer gebracht werden und mit der Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) behandelt werden, erklärt Stahl. Die Therapie soll Spätkomplikationen verhindern.

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