Trockenheit: Der Wald braucht Hilfe

Hessenweit bereits 15.000 Hektar Wald tot - Schutzgemeinschaft fordert Notprogramm

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Im Reinhardswald steht auf 1400 Hektar kein Baum mehr.

Die heißen und trockenen Sommer 2018 und 2019 haben dem Wald schwer geschadet. Im Reinhardswald steht auf einer Fläche von 1400 Hektar kein Baum mehr.

Hessenweit sind bereits 15.000 Bäume tot. „Dem Wald geht es sehr schlecht, er braucht dringend Hilfe“, erklärt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Der hessische Landesverband der SDW fordert ein 15 Punkte umfassendes Notprogramm für den heimischen Wald. So müssten alle durch die Katastrophenjahre entwaldeten Flächen so schnell wie möglich wieder aufgeforstet werden. Das dafür notwendige Geld müsse die Landesregierung bereitstellen. In zu diesem Zweck neu einzurichtenden Pflanzgärten müssten klimatolerante Baumarten herangezogen werden.

Klimawandel: Der Wald als CO2-Senke

„In Zeiten des Klimawandels kann der Wald als CO2-Senke nicht hoch genug eingeschätzt werden“, sagt der SDW-Landes- und Kasseler Kreisvorsitzende, Bernhard Klug. Deshalb gelte es künftig nicht nur den vorhandenen Wald zu stabilisieren, sondern auch die Waldfläche insgesamt zu vermehren. Die Aufforstung mit Klimawäldern könne beispielsweise auf landwirtschaftlich unproduktiven Flächen geschehen.

Moratorium für Windkraft gefordert

Für alle hessischen Wälder, insbesondere aber für den Reinhardswald als größtes hessisches Waldgebiet müsse das Land ein Moratorium für alle Eingriffe in den Wald und alle Rodungen aussprechen, fordert die Schutzgemeinschaft. „In der dramatischen Lage, in der sich der Wald befindet, verbietet sich selbstverständlich der Bau von Windkraftanlagen“, sagt Klug. Denn jede weitere Zerschneidung und Verinselung des Waldes habe unmittelbar negative Auswirkungen auf den Klimaschutz.

„Wir müssen das Multitalent Wald mehr wertschätzen“, sagt Bernhard Klug. Das Holz eines jeden Baumes sei ein kostenloser und extrem effizienter CO2-Speicher. Es müsse öffentliches Ziel sein, den Wald zu mehren und ihn als Klimasenke zu nutzen.

Bis zu 300 Liter Regen fehlten

Dem Wald mangelt es an Wasser. Nach Angaben der SDW fehlten in den Sommern 2018 und 2019 dem Wald durchschnittlich mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter im Jahr, mancherorts bis zu 300 Liter. Vor diesem Hintergrund müssten alle bestehende Wassergewinnungsanlagen im Wald auf ihre Verzichtbarkeit überprüft werden. Zudem müssten Feuchtgebiete und Hochmoore im Wald als große CO2-Speicher renaturiert und geschützt werden

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