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In Hofgeismarer Altenheim feiern Bewohner Weihnachten in Gemeinschaft

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Von: Josefin Schröder

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Auf das Festtagsessen und das gemeinsame Singen an Heiligabend freuen sich Annemaria Fretschner und Bernhardt Brill.
Auf das Festtagsessen und das gemeinsame Singen an Heiligabend freuen sich Annemaria Fretschner und Bernhardt Brill. © Josefin SCHRÖDER

Zusammen Kartoffelsalat und Würstchen essen, sich austauschen und Weihnachtslieder singen - darauf freuen sich Bewohner des Albert-Klingender-Haus an Weihnachten.

Hofgeismar – Ein großer Adventskranz, weihnachtlicher Tischschmuck und selbst gebastelte Sterne an den Fenstern empfangen die Besucher des Albert-Klingender-Haus in Hofgeismar. Dass die Adventszeit eine besondere Zeit ist, merkt man beim Betreten des Seniorenheims sofort. Es fehlt nur noch ein Weihnachtsbaum. Bis zum Fest werden im ganzen Haus sogar mehrere Tannen aufgestellt und geschmückt, versichert Beate Hoppe.

Sie ist die Pflegedienstleiterin in der Einrichtung, die zur Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen zählt. Zusammen mit ihrem Team gibt sich Hoppe alle Mühe die Feiertage für die 60 Bewohner möglichst festlich zu gestalten. „Wir versuchen eine besondere, eine häusliche Atmosphäre zu schaffen.“

In den Tagen bis Weihnachten wird gebastelt, Plätzchen gebacken und natürlich werden viele Weihnachtslieder gesungen. Weihnachten ohne Musik ginge im Albert-Klingender-Haus gar nicht, sagt Hoppe. Von den Angeboten bereite vielen Senioren das Singen am meisten Freude, sagt auch Jule Marquardt, Koordinatorin der Betreuungsangebote. „Die Leute kennen die Lieder auswendig, da müssen wir nicht mal die Texte ausgeben.“

Früher war gar nicht mehr Lametta

Bernhardt Brill nickt zustimmend. Der 85-jährige Hofgeismarer wird Weihnachten in der Hausgemeinschaft verbringen. „Familie ist keine mehr da“, sagt er. Die Pflegekräfte sorgen dafür, dass niemand alleine feiern muss, auch ohne Angehörige oder Besuch.

Richtige Weihnachtsstimmung kommt spätestens dann auf, wenn sich die Bewohner an den festlich gedeckten Tischen zusammenfinden. Zum „Festtagsschmaus“, wie Brill es nennt. Am ersten Weihnachtstag wird Gans serviert. Heiligabend gibt es Kartoffelsalat und Würstchen. Schon früher, als Bernhardt Brill Kind war, gab es das klassische Gericht an Heiligabend. An besonderen Baumschmuck aus diesen Tagen erinnert er sich nicht. Gab es früher wirklich mehr Lametta? „Nein, aber sehr viele schöne Kugeln.“

Für Annemaria Fretschner gehört der Gang in die Kirche zum Weihnachtsfest dazu. Am 24. wird sie deshalb an der Andacht im Haus teilnehmen. Eigene Kinder hat die 84-Jährige, die gebürtig aus Reinhardshagen kommt, nicht. Ihr Patenkind kümmere sich um sie, für Weihnachten bleibt sie dennoch im Albert-Klingender-Haus. „Ich möchte nicht, dass sie mich zu ihnen holen. Ich möchte nicht zur Last fallen“, sagt die Seniorin.

Hier feiert niemand allein

Ein weiterer Grund für die Angestellten, die Tage besonders zu gestalten. „Es ist mit Stress verbunden“, gibt Beate Hoppe zu. Seit über 40 Jahren arbeitet sie in der Pflege und jedes Jahr an Weihnachten begleitet sie der gleiche Gedanke: Hast du wirklich an alle und jeden gedacht?

Manchmal fühle es sich für sie an wie ein Spagat: „Erst Weihnachten im Dienst feiern und dann im Privaten.“ Trotzdem seien speziell diese Arbeitstage geprägt von Wärme und spürbarer Anerkennung.

Ob sie sich denn auch gegenseitig beschenken im Haus? „Das würde zu weit führen,“ sagt Brill mit einem Zwinkern. „Eigentlich möchten alle nur einen gemeinsamen Austausch. Das gibt es nicht als eingepacktes Geschenk“ bringt es Annemaria Fretschner auf den Punkt. Fragt man die zwei Bewohner nach ihren persönlichen Weihnachtswünschen, sind sich beide schnell einig: „Dass wir noch ein bisschen gesund bleiben.“ (Josefin Schröder)

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