Jagdverein Hofgeismar: Neue Verordnung ideologisch und jagdfeindlich

Hofgeismar. Dass die neue Jagdverordnung auf wenig Zustimmung bei den Hofgeismarer Jägern trifft, wurde bei der Jahreshauptversammlung des Kreisjagdvereins Hofgeismar am Samstag in der örtlichen Stadthalle deutlich.

Die vom 1. April 2016 an greifende Neuerung hat vor allem Einschränkungen bei der Bejagung der Tierarten und der Zeit mit sich gebracht. Von der Rabenkrähe über das Hermelin bis hin zur Stockente - was die Bejagung vieler Arten anbelangt, wurden Änderungen vorgesehen. So dürfen Feldhasen und Rebhühner etwa nur noch nach vorheriger Zählung und entsprechendem Vorkommen erlegt werden. „Bisher lag das im Ermessen von uns Jägern - so wird uns waidgerechtes Handeln abgesprochen“, sagte Britta Hartmann-Barth, Vorstandsmitglied des Landesjagdverbandes.

Britta Hartmann-Barth

Auch die neue Schonzeit für Altfüchse bewertet die Breunaerin als Entmündigung: „Elterntiere sind schon immer zu schonen gewesen - in diesem Punkt kann man von einer Überreglementierung sprechen.“ Außerdem sei die Fuchspopulation in Hessen nach wie vor hoch - auch dieser Punkt spreche dagegen.

Grundsätzlich bezeichnete Hartmann-Barth die nun kommende Jagdverordnung als „jagdfeindlich und ideologisch begründet“. Bis 2020 würde diese Regelung nun gelten, dann bestünde erst wieder die Möglichkeit die Verordnung neu zu gestalten. Auch auf Bundesebene wird derzeit das Jagdgesetz novelliert: „Auch das wird weitere Einschränkungen mit sich bringen“, ist sich die Jägerin sicher. Obwohl immer Menschen den Jagdschein machten, werde es ihnen zunehmend schwerer gemacht.´

Stark kritisiert wurde vom Vorsitzenden des Kreisjagdvereins, Dr. Wilfried Dietze, dass die Verlängerung des Jagdscheins inzwischen bis zu vier Monate dauere. Seit diesem Jahr wird auch die Kriminalpolizei um eine Stellungnahme bei dem Prozedere gebeten, was eine enorme Verzögerung mit sich bringt. „Normal waren bisher drei Wochen - wer die Neuerung nicht berücksichtigt hat, kann mitunter monatelang die Jagd nicht ausüben.“

Im Übrigen gab es auch in den Vorstandsreihen des Vereins etwas Neues: Nach 15 Jahren Kassierertätigkeit gab Hubertus Fröhlich sein Amt an Christian Steltmann ab.

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