60 Jahre Bundeswehr: So war es in Hofgeismar

Hochwassereinsatz: Soldaten halfen am 14. Mai 1993 beim Aufräumen nach der Unwetterkatastrophe in Hofgeismar. Foto: Thiele

Hofgeismar. Heute vor 60 Jahren wurden die ersten Freiwilligen der neugegründeten Bundeswehr vereidigt. Drei Jahre später zogen die ersten Bundeswehrsoldaten in Hofgeismar ein.

Die Bundeswehr prägte 35 Jahre lang das Stadtbild und das Leben in Hofgeismar. Als der Bundeswehrstandort und die Kaserne zum 30. September 1993 aufgegeben und in ein Behördenzentrum und in Wohngebiete umgewanelt wurden, ging aber eine viel längere Epoche zuende, denn Soldaten waren über 700 Jahre in Hofgeismar stationiert.

Längst Geschichte: Die Manteuffel-Anlage hieß bis 1993 Manteuffel-Kaserne. Die Parkplätze vorne sind bebaut, die Werkstatthallen links und rechts abgebrochen und durch Neubauten (Wohnhäuser und Garnisonsgalerie) ersetzt. In den Gebäuden in der Mitte sind Behörden eingezogen. Foto: Thiele

Nachdem lange Zeit Soldaten des Landgrafen in Privatquartieren untergebracht waren, wurde 1841 die Kaserne eröffnet, wo Husaren und danach Dragoner stationiert waren, ein Teil der Soldaten war noch in der Nordkaserne (heute Möbel-Engelhardt und Stadtmuseum) untergebracht. Ab 1934 und im 2. Weltkrieg war die mehrfach erweiterte Kaserne Standort für duie Nachrichten- und Sanitätsersatzabteilung, nach dem 2. Weltkrieg von 1949 bis 1960 Ausbildungsplatz der hessischen Polizei und ab 1958 Standort der Bundeswehr.

1981 zog das Brigadekommando der Panzerbrigade 6 in die Kaserne ein (heute Polizei) und 1986 die Instandsetzungskompanie 60. In den 1960er bis 1980er Jahren wurden mehrere historische Gebäude abgebrochen und durch Militärneubauten ersetzt, zuletzt noch durch den Bau der Sporthalle. Erhalten geblieben ist unter anderem das Gebäude des ehemaligen Lazaretts und späteren Offiziersheims (heute Gasthaus Köpenick).

Beim Bekanntwerden der Auflösungspläne 1991 befürchteten die Hofgeismarer Geschäftsleute massive Einbrüche durch den Wegzug der 600 Soldaten, die in Hofgeismar nicht nur einkauften und in die Diskothek gingen, sondern auch das gesellschaftliche Leben mitgestalteten. Durch frühzeitige Planungen konnte die Neugestaltung des innenstadtnahen Geländes schon bald beginnen

Es gab einen Ideenwettbewerb zur Umnutzung des 1993 von der Bundeswehr aufgegebenen Areals. In der heutigen Manteuffel-Anlage befinden sich ein Behördenzentrum unter anderem mit der Polizei, ein zweiter Grundschulstandort, private Firmen, Geschäfte und Wohnhäuser. Die Garnisonsgeschichte selbst ist heute nur noch im Stadtmuseum zu erleben. 

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