Gemeinde arbeitet nach der Fusion weiter

Jahresausblick Wesertal: Vorbereitet auf die Dorferneuerung

+
Soll saniert werden: die steile Bergstraße im alten Ortskern von Lippoldsberg nahe dem Klosterareal mit ihren mitunter schwierigen Grundstücksgrenzen. Hier werden für die neuen Leitungen teilweise tiefe Löcher gebaggert. 

Die Zeit am Jahresanfang nutzen wir, um einen Blick vorauszuwerfen: Welche größeren Aufgaben stehen in den Kommunen in den nächsten Monaten an? Heute geht es um Wesertal.

Die neu geschaffene Gemeinde Wesertal ist derzeit vor allem mit den Folgen der Fusion beschäftigt. In den beiden Verwaltungsitzen in Lippoldsberg und Gieselwerder stehen die Einwohner vielfach Schlange, um Personalausweise oder Fahrzeugscheine ändern zu lassen. Vor allem in den ersten Tagen war es noch nicht überall bekannt, dass die Abarbeitung bis Mitte März straßenweise erfolgen soll. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, schildert Verwaltungsmitarbeiterin Claudia Feldner. Bis Ende Juni müssen ohnehin mindestens 480 ablaufende Ausweise erneuert werden.

Für den Rest des Jahres bleibt wegen der Fusion aber noch „eine lange Liste abzuarbeiten“, meint der derzeitige Staatsbeauftragte für das Bürgermeisteramt, Cornelius Turrey, der übrigens mit gemischten Gefühlen, aber nicht traurig auf das Ende der Gemeinde Oberweser am Silvesterabend blickte. Er konnte diese Zeitspanne seit der vorherigen Gebietsreform nachvollziehen, denn er wurde am 1. Februar 1972 geboren, genau an dem Tag, als die Gemeinde Oberweser entstand. Nun hofft er, dass nach der Wesertalfusion langsam wieder „das Tagesgeschäft zurückkehrt“. Derzeit wird der neue Haushalt erarbeitet.

Dorferneuerung

Die Konzepte für die Dorferneuerungsprojekte sollen im Frühjahr fertig sein. Derzeit stehen schon 150.000 Euro im Haushalt, damit Geld da ist, wenn es losgeht. Ideen wurden genug gesammelt, etwa für die alte Schule in Oedelsheim, die die Gemeinde vom Landkreis übernehmen will. Möglicherweise wird der große Altbau abgerissen und die Fläche neu genutzt.

Auf der Wunschliste sind beispielsweise die Aufwertung der Festscheune in Gottstreu mit Wasseranschluss und Beheizung, weitere Mitfahrerbänke, attraktivere Dorfgemeinschaftshäuser, eine Aufwertung der Grünanlage in Gewissenruh, die überfällige Umgestaltung des Tanzeplatzes in Gieselwerder, eine mobile Überdachung des Burghofes, ein möglicher Abriss des Hauses Brückenstraße 10 und eine Lösung für die leerstehenden Häuser an der Marktstraße in Lippoldsberg, um diesen Bereich mehr zur Weser zu öffnen, wie es Turrey formulierte.

Auf der Wunschliste: Die Festscheune in Gottsreu soll nachgerüstet werden.

Baumaßnahmen

Fest eingeplant ist die Erneuerung der Decken im Hallenbad Oedelsheim während der in den Sommer verlegten Schließung (100.000 Euro bei 58.000 Euro Zuschuss). Am Weserradweg soll die ufernahe Lücke vom Wohnmobilplatz Lippoldsberg entlang der Weser Richtung Gieselwerder geschlossen werden. Später folgt der Bauabschnitt Richtung Bodenfelde. Eventuell soll dabei das Ufer attraktiver gestaltet werden, eingeschlossen Maßnahmen zu Renaturierung und Hochwasserschutz. 380.000 Euro sind als Einstieg für Regulierungsmaßnahmen am Park in Vernawahlshausen vorgesehen.

Straßenerneuerung

Die größte Baumaßnahme wird nach jahrelanger Planung und Wartezeit die Erneuerung der Bergstraße samt Kanal- und Wasserleitungen in Lippoldsberg sein. Die Pläne sind fertig und die Zuschüsse sind bewilligt für das mit 1,2 Millionen Euro veranschlagte Projekt. Im ersten Halbjahr soll die Baumaßnahme beginnen, von der – abhängig von der Grundstücksfläche – zwischen 400.000 und 500.000 Euro auf die Anlieger entfallen. In Gieselwerder wurde eine Wiese neben dem Bauhof angekauft, um die Lagerfläche zu erweitern.

Große Aufgabe: Im Zuge der Dorferneuerung soll der Ortsmittelpunkt von Gieselwerder (Tanzeplatz) umgestaltet werden.

Rathaus

Im derzeit wegen Bodensetzungen und Rissschäden geräumten historischen Rathaus in Gieselwerder sollen für 120.000 Euro der Boden stabilisiert und die Bauschäden beseitigt werden. Um weitere Umbauten komme man wohl herum. Über ein gemeinsames Rathaus werde derzeit nicht mehr diskutiert, weil mehrere Standorte wie bisher sowohl Vorteile als auch Nachteile haben.

Man müsse auch daran denken, sagt Turrey, dass sich die Verwaltungspraxis derzeit verändere, Standorte seien nicht mehr so wichtig. Die Vorschriften änderten sich, es werde immer mehr online erledigt: „Wie oft geht man denn als Bürger noch selbst zum Rathaus?“ Zuletzt gab es nur noch einen Barzahler – einen Mieter, der sein Geld selbst im Rathaus vorbeibrachte.

Haus des Gastes

Das Haus des Gastes in Gieselwerder wird derzeit als Ausweichquartier für die Verwaltung genutzt. Ganz perfekt sei dieser Standort auch nicht und es sei absehbar, dass die Verwaltung nach Abschluss der Sanierung wieder zurückzieht in das Haus am Burghof, sodass auch das Haus des Gastes für die Vereine wieder voll nutzbar wird. Die Entscheidung über den Weiterbetrieb des Haus des Gastes in Lippoldsberg dagegen werde eine „sehr spannende Diskussion“, denn es gebe Gründe dafür und dagegen.

Mühlenplatz

Mehr Freude gibt es vermutlich, wenn zu Pfingsten das im Vorjahr wegen Regen ausgefallene 50-Jahr-Fest der Freilichtausstellung Mühlenplatz nachgeholt wird. Die Busgruppenbetreuung entwickele sich hier positiv.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.