Jugendpsychiatrie soll bei Altenhilfe einziehen

Andreas-Möhl-Haus in Hofgeismar, Foto: Gehlen

Hofgeismar. Die jugendpsychiatrische Ambulanz von Vitos Kurhessen soll an den Gesundbrunnen Hofgeismar ziehen: Darüber verhandeln Vitos und die Evangelische Altenhilfe

Vitos plant, sein Angebot in Hofgeismar deutlich auszubauen.

Für die Altenhilfe bedeutet die Veränderung einen großen Einschnitt: Ein ganzes Haus am Gesundbrunnen mit 50 Pflegeplätzen würde anderweitig genutzt, die Zahl der Pflegeplätze in Hofgeismar auf 310 sinken. Betriebsbedingte Kündigungen der 47 Beschäftigten soll es nicht geben. Was zur Umsetzung noch fehlt, ist eine Anhörung der Altenhilfe-Mitarbeiter.

Auslöser sind wirtschaftliche Gründe. Dass die Altenpflege eine Boom-Branche ist, sei ein Irrglaube, sagt Ralf Pfannkuche, Geschäftsführer der Altenhilfe: Im Landkreis sei der Bedarf an Pflegeplätzen „mehr als gedeckt“. 40 Plätze pro 1000 Einwohner über 65 seien nötig, tatsächlich gebe es 57 pro 1000.

Zudem sind in der Region zahlreiche Wohnanlagen für Senioren im Bau oder in Planung. Auch ambulante Angebote setzen den Pflegeheimen zu: „Die Kostenträger scheuen stationäre Angebote, weil sie teurer sind.“ Die Folge für den Gesundbrunnen: „360 Pflegeplätze sind zu viel.“

Dass Vitos an den Gesundbrunnen ziehen will, sei eine „sehr erfreuliche Entwicklung“. Das Unternehmen hatte bisher eine Ambulanz an der Neuen Straße, die nun im Mai in das Andreas-Möhl-Haus am Gesundbrunnen ziehen soll. In einem zweiten Schritt soll dort eine Tagesklinik mit neuen Arbeitsplätzen entstehen. Vitos behandelt kranke Jugendliche, beispielsweise bei Angst- und Zwangsstörungen sowie ADHS.

Zunächst würden jedoch nur die 13 Bewohner des Erdgeschosses im Möhl-Haus umziehen müssen. Sie sollen Angebote für andere Häuser in Hofgeismar oder andere Altenhilfe-Einrichtungen erhalten.

Von Göran Gehlen 

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