Bürgermeister soll aus dem Rathaus raus

Bürgermeister soll aus Rathaus raus: "So kann man nicht mit Sattler umgehen"

Umstrittener Bürgermeister: Nach 18 Jahren endet die Amtszeit von Heinrich Sattler. Am 31. Oktober kommt deswegen auch der Ministerpräsident nach Hofgeismar. Archivfoto: Thiele

Hofgeismar. „Die Sozialdemokraten haben die Wahl gewonnen, nun wollen sie Sattler aus dem Rathaus werfen." Solche Gerüchte schwirren in Hofgeismar umher. Sie haben einen wahren Kern.

Denn der Magistrat hat den Bürgermeister aufgefordert, seinen Resturlaub zu nehmen. Damit wäre die Amtszeit Sattlers praktisch vorzeitig vorbei.

Beschlossen wurde das im Magistrat mit Mehrheit von SPD, Linken und WSD. Über nicht öffentliche Magistratssitzungen dürfen die Mitglieder eigentlich nicht sprechen. Doch Waltraud Vialon, CDU-Vertreterin in diesem Gremium, ist das egal, so aufgebracht ist sie: „Die Entscheidung ist unehrenhaft und unmenschlich - niemand kann dem Bürgermeister vorschreiben, ob er seinen Urlaub zu nehmen hat.“ Auch wenn Sattler umstritten sei, „so kann man nach 18 Jahren nicht mit ihm umgehen“. Und die Überlegung, wie und ob man dem Bürgermeister noch Geld zur Verfügung stelle, sei „abartig“.

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„Das macht nicht“, sagt auch CDU-Stadtverbandsvorsitzender Maik Sembowski. Er dementiert aber auch Gerüchte, wonach Sattler nicht einmal eine offizielle Verabschiedung erhalten sollte. „Es ging nicht darum ob, sondern wie er verabschiedet wird.“ Nun wird Sattlers Abschied am 31. Oktober in der Stadthalle gefeiert.

Bei der SPD versteht man die Aufregung nicht: Die Vorwürfe der CDU „sind genau das Gegenteil von dem, was wir besprochen haben“, sagt Peter Nissen, Chef des SPD-Stadtverbands. Man sei sich einig gewesen, dass Sattlers Abschied „eine würdevolle Veranstaltung sein wird“.

Und der Magistrat habe den Bürgermeister nur aufgefordert, seinen Resturlaub zu nehmen. „Es geht um Resturlaub aus dem vergangenen Jahr und um den kompletten Jahresurlaub 2014. Das sind in der Summe über 50 Tage“, sagt Nissen. Der Beschluss sei nicht bindend.

Nissen sieht auch kein Probleme für die Amtsübergabe an Markus Mannsbarth, der am 2. Januar Chef im Rathaus wird. „Er kennt die politische Seite. Ich glaube nicht, dass er eine große Einarbeitung braucht.“ Die CDU breche mit der Kritik am Beschluss einen „Streit vom Zaun.“ (gör)

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