Präsidentin des Clubs Kassel-Hofgeismar

Karin Müller ist nach 45 Jahren die erste Frau an der Spitze des Rotary-Clubs

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Ist die erste Präsidentin des Rotary-Clubs Kassel-Hofgeismar: Dr. Karin Müller will sich mit dem Club insbesondere für die Ausrottung der Kinderlähmung weltweit einsetzen.

Hofgeismar. Als Dr. Karin Müller Mitglied bei den Rotariern wurde, war sie erst die zweite Frau im Club Kassel-Hofgeismar. Das war 2009. Nun ist sie die erste Frau an der Spitze des Clubs.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel hat die Präsidentschaft von Wolfgang Burghard, dem früheren Leiter der Gesamtschule Grebenstein, übernommen – und alle übrigen Frauen des Clubs gleich mit in die Leitung integriert. Das sind derzeit sechs von 55 Mitgliedern. „Es ist nicht einfach, Frauen aus Führungspositionen zu gewinnen, weil sie meist mehrere Aufgaben in Beruf und Familie bewältigen müssen“, sagt Müller.

Sie selbst sieht sich nicht als weibliche Vorreiterin in einer Männer-Domäne: „Ich fühle mich als der Mensch, der ich bin, auch wenn ich als Frau natürlich etwas anders agiere als ein Mann.“ Vor gut zehn Jahren hat sich der Club, der vor 45 Jahren mit dem Namen Wolfhagen-Hofgeismar gegründet wurde, für Frauen geöffnet. „Nachdem diese Diskussion abgeschlossen war, ist bei uns alles sehr offen“, sagt Rotary-Sprecher Wolfgang Schwarz. Das bestätigt Müller: „Ich habe mich von Anfang an sehr wohlgefühlt, auch als eine von wenigen Frauen. Uns eint eben das rotarische Ziel, mit dem ich mich sofort identifizieren konnte.“

Die Zukunft gestalten

Das Ziel: Mit sozialem Engagement um die Bedürfnisse und Probleme der Gegenwart kümmern, um die Zukunft besser zu machen. Das steht auch hinter Müllers Motto für ihre einjährige Präsidentschaft: „In der Gegenwart die Zukunft gestalten.“

Als Medizinerin liegt ihr ein Projekt besonders am Herzen, für das sich Rotarier weltweit einsetzen: der Kampf gegen Polio. Müller möchte dazu beitragen, die Kinderlähmung endgültig auszurotten. Waren es 1985 noch 1000 Infektionen pro Tag, gibt es heute eine Neuerkrankung pro Woche. Wichtig seien daher Impfkampagnen, insbesondere in Nigeria, Pakistan und Afghanistan. Müller plant bereits eine Aktion, an der sich Bürger einfach beteiligen können.

Ein weiteres Vorhaben sind zwei Stipendien für junge Künstler der Kunsthochschule Kassel. „Sie sollen sich zehn Monate lang ganz auf ihre Kunst konzentrieren können, anstatt arbeiten zu müssen“, sagt Müller. Neben den regelmäßigen Projekten, bei denen Rotarier selbst für einen guten Zweck Hand anlegen, will Müller außerdem die Nachwuchsorganisation Rotaract fördern und neue Mitglieder für den Club gewinnen.

Die Rotarier suchen traditionell nur die Besten in ihren Berufen. Sie müssen aber auch Zeit für die wöchentlichen Treffen haben, sich bereitwillig sozial engagieren und charakterlich zum Club passen. Diese Kriterien würden sogar immer wichtiger. Müller hat also ein Ziel für ihre Präsidentschaft: „Altes bewahren, das gut ist, und Neues ausprobieren, um flexibel zu bleiben.“

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