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Pilze in Hessen: Rund um Kassel sprießen aktuell die Steinpilze

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Von: Tanja Temme

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Wer Steinpilze finden will, sollte in Buchen- und Fichtenwäldern suchen. Dort sind sie noch verbreitet. Pilze, deren Hut sich eindrücken lässt, sollte man nicht mehr essen.
Wer Steinpilze finden will, sollte in Buchen- und Fichtenwäldern suchen. Dort sind sie noch verbreitet. Pilze, deren Hut sich eindrücken lässt, sollte man nicht mehr essen. © Tanja Temme

Auffällig viele Steinpilze gibt es in diesem Jahr laut Experte im Landkreis Kassel im Norden von Hessen. Aber auch andere Arten von Pilzen profitieren vom Wetter.

Kassel – Das aktuelle Wetter mit der Kombination aus feuchtem Boden und milden Temperaturen sorgt schon seit rund zwei Wochen dafür, dass im Kreis Kassel extrem viele Pilze wachsen. Zuvor hatten sich Sammler aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit große Sorgen mit Blick auf die anstehende Saison gemacht.

„Die aktuellen Wetterverhältnisse haben den Pilzen gutgetan“, erklären Experten wie der Sachverständige Roman Krettek von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Viele Sammler erfreuten sich vor allem an den vielen Steinpilzen. Seit Jahren seien sie nicht so stark vertreten gewesen, wie in dieser Saison. „Aber auch bei Parasol und Champignons gibt es gute Erträge“, sagt der Experte aus Wolfhagen. Wer noch ein paar Exemplare ergattern möchte, sollte sich beeilen, die Saison gehe zu Ende. Das Vorkommen sei nicht mehr üppig, aber man könne noch Glück haben.

Fliegenpilz: Nur in seltenen Fällen führt das Essen tatsächlich zum Tod.
Fliegenpilz: Nur in seltenen Fällen führt das Essen tatsächlich zum Tod. © Tanja Temme

Pilze in Hessen: Bei Kassel kann man nicht nur Steinpilze finden

Auf Pilzsuche kann man laut Krettek das gesamte Jahr über gehen. Kenner könnten zu jeder Jahreszeit essbare Pilze finden. Im September und Oktober sei die Hochphase. Unter den 7000 Pilzarten, die in Deutschland wachsen, gibt es laut dem Fachmann Hunderte von Speisepilzen.

Krettek rät daher, nicht immer nur bekannte Arten wie Butterpilz, Marone oder Ziegenlippe, sondern auch mal eine schmackhafte Totentrompete oder Krause Glucke zu probieren. Oberstes Gebot sei dabei, dass man den Pilz sicher bestimmen könne. Den viele essbare Pilze haben ein giftiges Gegenstück - Experten beraten daher Pilzsammel-Anfänger.

Hessen: Pilze per App bestimmen reicht nicht aus, auch der Geruch gehört geprüft

Im ersten Schritt würden Hut, Lamellen und Stiel angeschaut. Anschließend werde die Beschaffenheit über Abtasten geprüft und schließlich der spezifische Geruch erkundet. Was den Duft angeht, sind die Mykologen sehr konkret: Pilze riechen zum Beispiel wie frisch gesägtes Holz, faulender Kohl oder feuchtes Mehl.

„Viele nutzen auch eine App zu Bestimmung, doch um sicher zu sein, reicht die Optik nicht.“ Rund fünf Anrufe bekomme der Experte pro Jahr von der Giftnotrufzentrale. Anhand von Resten bei der Zubereitung oder an Erbrochenen würde er dann versuchen, die Pilze zu bestimmen. In seiner beruflichen Laufbahn habe es noch nie einen tödlichen Fall gegeben. (Tanja Temme)

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