Geschichte zum Weltkatzentag

Katze "Schnatti" wohnt auf der Deponie in Hofgeismar

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Nadine Gutsche nimmt Katze "Schnatti" auf den Arm. 

Hofgeismar. Wer auf der Hofgeismarer Deponie seinen Müll loswerden will, macht meist Bekanntschaft mit der zurzeit wohl berühmtesten Katze der Kleinstadt. Diese ist nämlich im dortigen Eingangsbereich zuhause.

Sie liegt häufig im Büro bequem auf dem Tresen, macht es sich zwischen Drucker und Akten gemütlich oder schnurrt auf dem Schoss ihrer Pflegemama Nadine Gutsche.

Bedenkt man, dass mehr als 100 Kunden täglich die Woche über in den kleinen Kundenraum hereinspazieren, so hat Schnatti schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. „Hinzu kommt, dass fast alle unsere Kunden sie mögen – und wenn sie mal nicht da ist, wird fast immer nachgefragt, wo sie denn sei“, berichtet Nadine Gutsche.

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Wilde Katzen gab es eigentlich schon immer auf der Deponie. Schnatti – oder auch Schnattchen genannt – ist eine von ihnen. „Sie maunzt gerne und reichlich, schnattert oft rum. Deshalb gab ich ihr den Namen.“ Vor 15 Jahren wurde die getigerte Katze hier geboren. „Bevor ich hierher kam, hat sich ein Kollege von mir um sie gekümmert, sie gefüttert, ihr eine Hütte gebaut und Zuneigung gegeben“, erklärt die 39-Jährige. All das hat die tierliebe Deponie-Angestellte noch verbessert, hat die Katzenoma inzwischen doch so etwas wie eine Fünf-Sterne-Behausung. 

Katze "Schnatti" ruht sich aus. 

„Gerade im Winter, wenn extreme Minustemperaturen herrschen, ist es mir wichtig, dass Schnatti ein warmes Plätzchen hat.“ Denn wegen der Alarmanlage, die bei Bewegung losgeht, kann sie auch bei starker Kälte nicht im Büro bleiben. Sobald es kühler wird, bekommt das Kätzchen Wärmeplatten in seine Behausung gelegt, die Nadine Gutsche zuvor in der Mikrowelle aufgeheizt hat. Die halten zwölf Stunden an und außerdem hat Schnatti auch einen richtigen Winterpelz. Schließlich ist sie ja eine wilde Katze. Ausnahmen gab es dabei schon, und zwar als die Katze verletzt war: „Da habe ich ihr eine Art Krankenzimmer bei uns im Duschraum eingerichtet. Im Nass-Kalten wollte ich sie in dem Zustand nicht draußen lassen.“

Auch an den Wochenenden kümmert sich die Grebensteinerin um ihren Schützling. Selbst wenn Nadine Gutsche Urlaub hat, schaut sie regelmäßig bei ihrem Samtpfötchen vorbei oder hat einen Vertretungsservice organisiert. „Es gibt einige Kollegen, die sie ebenfalls sehr mögen und sich rührend um sie kümmern, wenn ich nicht kann.“ 

So kennen die Hofgeismarer Deponie-Kunden das Schnattchen: Auf dem Tresen liegt die Katze am liebsten.

Dass die Katzenliebhaberin allerdings die absolute Nummer eins bei Schnatti ist, zeigt sich am allmorgendlichen Abholservice: „Wenn ich um kurz vor 7 Uhr herkomme, wartet sie schon auf mich am Tor. Ich lasse sie dann bei mir ins Auto rein und wir fahren die letzten Meter zusammen.“ Je nach Jahreszeit geht es dann entweder auf die Heizung oder in ihr Körbchen auf dem Schreibtisch. Spätestens wenn die ersten Kunden kommen, gibt es erneut Liebkosungen. Ein wirklich perfektes Katzenleben für die betagte Dame.

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