Ehepaar vor Einbrechern beschützt: Katzen halfen wie Wachhunde

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Wachsam: Kater Micus hat die Familie Lemke geweckt und zum Aufstehen bewegt.

Schöneberg. Dass Katzen manchmal die besseren Wachhunde sind, hat sich jetzt in Schöneberg gezeigt. Dort haben fünf Tiere ein Ehepaar vor Einbrechern beschützt.

Aufgebrochen: Zunächst wurde ein provisorisches Schloss eingebaut, die Einbruchsspuren sind dennoch zu erkennen.

Die zugelaufenen Katzen hätten vor dem Haus so laut geschrien, dass ihr Mann und sie davon wach wurden, sagt Maria Lemke. Auch der Hauskater des Ehepaars sei ganz aufgeregt gewesen und habe versucht, die beiden zum Aufstehen zu bewegen. Maria Lemke ist sichdennoch sicher, dass es kein Zufall war, dass ihre Katzen Alarm geschlagen haben. „Acht zugelaufene Katzen kommen täglich zu uns und kriegen hier ihr Gnadenbrot. Normalerweise sind sie nachts unterwegs und bleiben nicht vor unserem Haus. Vielleicht wollten sie sich damit bei uns bedanken und uns warnen.“

Für sie steht fest, dass die Katzen in der Nacht zu Donnerstag ihre Retter waren und die Einbrecher verscheucht haben. „Katzen haben einen siebten Sinn für solche Dinge, bei Gefahr können sie sehr aggressiv und laut werden. Deswegen sind sie die besseren Wachhunde.“

Zuerst dachte das Tierarztehepaar, die Katzen schrien so, weil sie mit anderen Katzen oder Waschbären kämpften. Ihr Hauskater Micu sei aber wie die anderen Katzen draußen aufgeregt und ängstlich gewesen und habe die beiden nicht in Ruhe gelassen, bis Gregor Lemke nach dem Rechten sah.

Als er die Treppe zur Praxis hinunterging, entdeckte er, dass die Eingangstür einen Spalt breit offen stand und das vordere Schloss herausgebrochen war. Von den Tätern war jedoch weit und breit keine Spur mehr.

„Sie haben ihr Auto möglicherweise etwas weiter weg geparkt und sind von der Hinterseite des offenen Nachbargrundstücks zu unserem Haus gelangt“, vermutet Gregor Lemke. Dass es gerade in dieser Nacht passierte, begründet er damit, dass die Praxis am nächsten Tag geschlossen blieb. Geklaut wurde nichts und es habe auch nicht verwüstet ausgesehen, keine Schublade war offen und kein Karton mit Medikamenten sei angerührt worden. Auch die Kasse sei unangetastet gewesen. Die beiden Tierärzte gehen deshalb davon aus, dass die Täter durch die Katzen und das Rufen Lemkes so verschreckt wurden, dass sie sich gleich wieder zurückzogen.

Die Vermutung der Polizei, die Einbrecher seien auf der Suche nach Drogen gewesen, teilt Maria Lemke nicht. „Meine Narkosemittel reichen einen Monat für insgesamt 150 Kilogramm Gewicht eines Kleintieres, für einen Menschen aber sind das viel zu geringe Dosen.“ Drogenabhängige wären mit Sicherheit hartnäckiger gewesen, so Lemke.

Obwohl sie und ihr Mann bereits Sicherheitsvorkehrungen getroffen hätten, könne sie nachts nicht mehr ruhig schlafen, sie wache des Öfteren auf und kontrolliere das Haus. „Die Nachbarschaft muss jetzt auch zusammenhalten und aufmerksam sein, damit so etwas nicht nochmal geschieht“, sagt sie.

Dennoch – sie und ihr Mann wüssten jetzt auf jeden Fall, dass ihnen bei einer drohenden Gefahr ihre Katzen beiseite stehen und sie beschützen.

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