Keine Fahrräder im neuen Bahnhofs-Aufzug

Hofgeismarer Bahnhof: Bis kurz vor Weihnachten wird gebaut

Bessere Stufen, weniger eng: Der Eingang zur Unterführung von der Stadtseite wird von der Stadt komplett erneuert, die Stufen sind künftig leichter begehbar. Die Unterführung selbst gehört aber der Bahn und bleibt. Fotos: Thiele

Hofgeismar. Wird er fertig oder wird er nicht fertig? Diese Frage stellen sich viele Passanten, die von der Bahnbrücke oder vom Bahnsteig aus die Baustelle für den neuen Hofgeismarer Bahnhof beobachten.

„Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, aber wir sind optimistisch, dass es klappt“, sagt Henning Hartmann vom Bauamt der Stadt Hofgeismar, der den Bahnhof gemeinsam mit Bauamtsleiter Karl-Heinz Gerland und verschiedenen Firmen geplant hat.

Bis kurz vor Weihnachten wird gebaut, dann haben die Firmen erstmal Winterpause. Sofern der Winter nicht zu lange dauert, sollte bis zum Hessentag Ende Mai aber längst alles laufen, einschließlich des neuen Bahnsteigs, den die Bahn nur für den Hessentag entlang des Überholgleises auf der Stadtseite bauen wird.

Am Verkehrskonzept wurde übrigens am längsten gefeilt, um die unterschiedlichen Verkehrsströme von Fußgängern, Autofahrern, Radfahrern und Buspassagieren zielsicher, aber entzerrt zu den Zügen zu leiten.

Ökologisch: Das neue Bahnhofsgebäude (vorn der künftige Warte- und Verkaufsbereich, Fensteröffnungen sind noch verschlossen) wird aus Holz gebaut, erhält Solarstrom und eine Wärmepumpe.

Die Passagiere aus Richtung Brunnenviertel erreichen den Mittelbahnsteig durch die Unterführung oder über Treppe beziehungsweise östlichen (bahneigenen) Aufzug, zum Fahrkartenkauf nutzen sie den zweiten (städtischen) Aufzug oder ebenfalls die Unterführung. Aus Richtung Stadt kommt man ebenfalls durch die Unterführung beziehungsweise die Aufzüge zum Bahnsteig oder zum Fahrkartenverkauf im neuen Gebäude.

Deshalb nimmt man im Rathaus die Diskussionen von Baustellenbeobachtern gelassen, dass der neue Aufzug ja kleiner sei als der erste und keine Fahrräder hineinpassen würden. Betroffen seien ja ohnehin nur diejenigen Radfahrer, die ihr Zweirad mit in den Zug nehmen wollten. Und die könnten ja den kleinen Umweg über die alte B83 zum Bahnaufzug fahren oder die neue, bequemere Unterführung nutzen. Ein wichtiger Grund gegen Fahrräder im neuen Aufzug sei aber, dass die Räder das Bedienfeld in der Kabine beschädigen könnten, wie es andernorts oft vorkomme. Die Tasten sollten nämlich nicht so hoch wie im Bahnaufzug angebracht werden, sondern niedriger und damit auch für Rollstuhlfahrer erreichbar.

Kontraste: Vorn das neue Bahngebäude mit langem Vordach, hinten der Altbau von 1848, für das eine Nachnutzung diskutiert wird.

Lange getüftelt wurde aus Sicherheits- und Platzgründen auch an der Ausrichtung der Busspuren, Pkw-Stellplätze und des 40 Meter langen Gebäudes und des transparenten Daches, unter dem Taxis, Busse und kurzhaltende Pkw halten und Passagiere trocken zum Zug gelangen können. Zusätzlich zu Abstellplätzen auf der Ostseite gibt es künftig auf der Westseite über 100 Pkw-Abstellplätze (darunter zwei mit Elektro-Zapfsäule) und zahlreiche Abstellplätze für E-Bikes und konventionelle Fahrräder – davon 30 abschließbare im Gebäude und noch mehr überdachte draußen.

Das Gebäude wird mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe beheizt, die Beleuchtung bekommt Strom aus Solarzellen. Und barrierefrei soll die Anlage auch sein.

Von Thomas Thiele

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