Von Männern lernen

Komikerin Mirja Regensburg: "Im nächsten Leben werd ich Mann"

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Kommt aus Hümme: Mirja Regensburg mit ihrem ersten Buch. 

„Im nächsten Leben werd ich Mann“. So lautet der Titel von Mirja Regensburgs erstem Buch.

Darin rät die Komikerin aus Hümme Frauen, sich ein Beispiel an Männern zu nehmen und dem Leben selbstbewusst, entspannt und humorvoll entgegenzutreten.

Der Titel Ihres Buches lautet „Im nächsten Leben werd ich Mann“. Glauben Sie an Wiedergeburt?

Ich weiß es nicht. In irgendeiner Form glaube ich schon, dass unsere Energie bestehen bleibt, irgendwo da ist. Aber so richtig fühle ich mich da zu keiner Theorie oder Religion, die das beschreibt, zugehörig. Ich versuche immer, ganz doll im Moment zu leben und von daher mache ich mir immer wenig Gedanken über die Vergangenheit oder die Zukunft.

Sie sagen, Frauen können eine Menge von Männern lernen. Was zum Beispiel?

Auf jeden Fall weniger erwarten. In dem Wort steckt ‘er’ und ‘warten’. Erstmal gucken was passiert, nicht gleich durchdrehen. Weniger vorwurfisch sprechen. Vorwurfisch ist eine international verständliche Frauensprache. Man erkennt sie immer. Ob russisch oder kisuaheli. Und einfach mal machen. Das finde ich, sind die drei wichtigsten Dinge, die Männer besser machen. Wir Frauen zerdenken oft mehr, und grübeln und hinterfragen. Was natürlich auch wichtig ist. Aber auch ab und zu das Leben schwer machen kann.

Aber Sie gestehen Frauen auch Vorsprung in einigen Dingen zu...

Absolut… Deshalb sag´ ich ja, ich werde im nächsten Leben Mann mit dem Wissen einer Frau. Dann sind wir unschlagbar. Es gibt viele Punkte, die haben wir gut drauf. Die ganze Geborgenheit, im Thema Krankheit sind Frauen die Tafferen, ganz klar, Familienzusammenhalt und deren Bildung.

Sie fordern, dass Frauen sich gegenseitig mehr unterstützen. Verstehen Sie sich als Feministin?

Ja, das bin ich bestimmt, aber ohne es zu deklarieren. Der Begriff hat ja verschiedene Facetten. Ich nenne das Feminismus 2.0. Weil das mit großem Humor garniert ist, was ich mache. Und auch sich nicht ganz zu ernst zu nehmen. Ich glaube, mein Feminismus ist ein Stück lockerer und lustiger. Wenn Frauen einfach mehr füreinander da sind und sich unterstützen und groß machen, anstatt sich zu kritisieren, dann ist das schon die Hälfte der Miete. Viele Probleme machen Frauen sich ja auch gegenseitig, weil sie sich in Konkurrenz sehen, anstatt sich zu helfen und zu unterstützen.

Durch Ihre Erzählungen wird klar, wie selbstbewusst Sie Entscheidungen treffen. Wie meinen Sie, hat Ihre Kindheit in Hümme Sie beeinflusst?

Ach, ich bin mit so einer großen Selbstverständlichkeit erzogen worden. Ich glaube, dass meine Mutter für ihre Zeit ein sehr starkes Frauenvorbild war. Sie hat mich einfach sehr taff erzogen, sowohl im Sinne von ‘Mach mal’, als auch im Sinne von ‘Du bist okay, so wie du bist’. Da hab´ ich einfach sehr viel Glück gehabt.  Und dann dieses Bauernhofding, das erdet dich halt. Ich glaub, wenn du auf’m Bauernhof aufwächst und mithelfen musst, dann bist du auch der Typ Pack-an. Ich sag immer ironisch, ich hab angeborene Gummistiefel.

Sie schreiben, „Ich kann das nicht“ sollte Frau aus ihrem Wortschatz streichen. Es ist ihr erstes Buch. Ist Ihnen das Schreiben schwer gefallen?

Überhaupt nicht, im Gegenteil! Ich hab einfach angefangen und dann gemerkt, dass ganz viel aus mir rausfließt. Ich hab vergessen zu essen. Das ist tatsächlich noch nie passiert. Noch nicht mal, wenn ich Liebeskummer hatte. Dass ich so in den Flow komme, das ist ganz toll zu erleben. Gott sei Dank hat mir die Zeit gefehlt, das Buch zu überarbeiten, weil ich nebenher auf Tour war und einen Film gedreht hab. Es kam einfach so aus mir raus, ganz natürlich. Jetzt hab ich natürlich Bock, ein zweites Buch zu machen, und das darf ich auch, mal sehen worüber.

Das Programm zum Buch stellt Mirja Regensburg am 17. Januar in der Kulturhalle Vellmar ab 20 Uhr vor. Karten gibt es ab 23 Euro unter piazza-vellmar.reservix.de

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