Frauenanteil bei 27,2 Prozent

Kommunalpolitik ist oft eine Männerdomäne

Hofgeismar. Frauen sind in den Kommunalparlamenten des Kreisteils Hofgeismar in der Minderheit.

HNA-Recherchen ergaben, dass ihr Anteil in den insgesamt zehn Parlamenten durchschnittlich bei 27,2 Prozent liegt. Das bedeutet, dass etwa jedes vierte Mitglied weiblich ist.

Dieses Ergebnis liegt damit über den Ergebnissen einer Studie der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF), die einen Frauenanteil von durchschnittlich 26 Prozent in der Kommunalpolitik in Deutschland berechnet hat. Zwischen den einzelnen Parlamenten gibt es teilweise große Unterschiede in der Zusammensetzung: Während Bad Karlshafen mit einem Frauenanteil von 35,3 Prozent die meisten weiblichen Parlamentsmitglieder hat, bildet Liebenau mit 17,4 Prozent das Schlusslicht. 19 der 23 Stadtverordneten sind Männer. Das bedeutet eine Steigerung um 8,7 Prozent gegenüber der vergangenen Wahlperiode.

„In den vergangenen Wahlperioden gab es auch bei uns mehr Frauen in den Fraktionen“, sagt Irmgard Croll von der FWG Calden. Durch Gespräche habe sie erfahren, dass viele Frauen gerne im Parlament mitarbeiten würden, aber keine Zeit dafür haben. Christa Fiege von der UWG Oberweser sieht auch im Berufsleben die Gründe für den geringen Frauenanteil: „Viele arbeiten abends und haben Kinder.“ Die Veranstaltungen, an denen man teilnehmen müsse, fänden aber spät am Tag oder am Wochenende statt.

„Vielen sind auch die Themen nicht vertraut, die in den Kommunalparlamenten besprochen werden“, sagt Jutta Rüddenklau aus Liebenau (CDU). „Das könnte dazu führen, dass sie sich das Amt nicht zutrauen.“ Zudem vermutet sie, dass einige interessierte Frauen den rauen Umgangston fürchten. Sie selbst habe sich gegenüber Männern jedoch nie benachteiligt gefühlt.

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