Kreistagswahl – Ergebnisse, Stimmen und Analyse

Kommunalwahl im Landkreis Kassel: SPD verliert, bleibt aber stärkste Kraft

In der Stadthalle Hofgeismar halfen Stadtmitarbeiterin Betül Ciloglu und Hausmeister Martin Neth Wählern beid er Suche nach dem richtigen Wahlraum.
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In der Stadthalle Hofgeismar halfen Stadtmitarbeiterin Betül Ciloglu und Hausmeister Martin Neth Wählern beid er Suche nach dem richtigen Wahlraum.

81 Sitze sind im Kreistag des Landkreises Kassel zu vergeben. Die meisten davon wird wieder die SPD einfahren, sie entfernt sich aber weiter von der einstigen absoluten Mehrheit.

Kreis Kassel – Die SPD muss zwar bei der Wahl zum Kreistag deutliche Verluste einstecken, wird aber weiterhin die stärkste Fraktion bleiben. Das zumindest sagte der erste Trend für die Wahl des Kreistags am späten Sonntagabend voraus.

Demnach würden die Sozialdemokraten (gerundet, bei Redaktionsschluss vorliegend) auf 39 Prozent kommen. Das wären mehr als fünf Prozent weniger als bei der Kommunalwahl 2016. Damit setzt sich der Abwärtstrend der SPD bei den Kreistagswahlen offenbar fort: Bei der Kommunalwahl 2011 hatte die Partei bereits die absolute Mehrheit verloren. Die CDU würde nach dem Trend ihr Ergebnis nahezu halten und zweitstärkste Fraktion bleiben mit 24 Prozent (plus 1). Starke Gewinne sieht der Trend für die Grünen voraus, die ihren Stimmenanteil von 8,6 Prozent auf 15 Prozent vergrößern und somit die AfD überholen würden. Damit hätte Rot-Grün, sollte sich der Trend bestätigen, rein rechnerisch eine Mehrheit im Kreistag. Nach der vorigen Kommunalwahl stand diese Option allerdings auch schon im Raum – letztlich entschied sich die SPD allerdings gegen einen festen Koalitionspartner und dafür, auf wechselnde Mehrheiten zu setzen.

Stärkere Verluste sieht der Trend bei der AfD, die auf 7 Prozent kommt (minus 4). Die Freien Wähler hingegen legen auf 7 Prozent zu (plus 2). Linke (4 Prozent) und FDP (4 Prozent) bleiben nahezu unverändert. Ob sich dieses Bild genau so bestätigen wird, steht wohl frühestens am heutigen Montagabend fest. Denn der Trend stellt, so betont das Statistische Landesamt, ein Zwischenergebnis dar: „Nur die Stimmzettel, bei denen ein Wahlvorschlag unverändert angenommen wurde, sind berücksichtigt.“ Sprich: Dort, wo jemand ein Kreuz bei einer Liste gemacht hat, ohne von den Möglichkeiten des Kumulierens und Panaschierens Gebrauch zu machen. Dennoch kann ein Trend dicht am Endergebnis liegen – so wie bei der Wahl zum Kreistag 2016, als die Abweichungen zum Endergebnis jeweils im Bereich von nur wenigen Zehntelprozentpunkten lagen. Ob das diesmal wegen des hohen Briefwähleranteils anders sein wird, muss die Auszählung zeigen. (Matthias Müller)

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