Viele machen Home Office

Zum Job nur mit Kontrolle: So setzen Arbeitgeber im Kreis Kassel die 3G-Regelung um

Drei Personen stehen mit Impfzertifikaten in der Hand und Schutzmasken im Gesicht vor dem Verkaufstresen im Backhaus Amthor. Im Hintergrund stehen Kunden an.
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Kein Problem mit dem Impfen: In der Bäckerei Amthor in Hofgeismar mit ihren vielen Kunden zeigen stellvertretend für viele andere Mitarbeiter (von links) Patrizia Niestroy, Chef Marcel Simon und Filialleiterin Lisa Neth ausgedruckte und digitale Impfnachweise.

Für den Arbeitsplatz gilt nun in vielen Bereichen im Landkreis Kassel die 3G-Regel.

Hofgeismar/Kassel - Bei großen Arbeitgebern wie dem Landkreis Kassel und dem VW Werk in Baunatal gibt es bereits an den Zugängen Kontrollen für Mitarbeiter, die nachweisen müssen, ob sie geimpft, genesen oder aktuell getestet sind. Viele weichen auch auf Home Office aus, wo es möglich ist. 1300 Mitarbeiter sind beim Landkreis Kassel beschäftigt (ohne Eigenbetriebe Kliniken, Freizeiteinrichtungen und Abfallwirtschaft). Damit zählt der Kreis zu den großen Arbeitgebern der Region.

Zahlreiche Beschäftigte machen vom Home Office Gebrauch, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Er rechnet vor: Für die 600 Mitarbeiter in den Schulen (Hausmeister, Sekretariate) sei dies nicht möglich, von den restlichen 700 hätten aber 500 Home Office beantragt. „Wir genehmigen das jedem“, erklärt Kühlborn. Die seien nicht immer alle gleichzeitig im Home Office, man könne täglich von 250 ausgehen.

Für die, die zur Arbeit kommen, gibt es in den Verwaltungseinrichtungen Kontrollen. Je nach Gebäudezugang direkt am Einlass oder in den Fachbereichen in Verantwortung der jeweiligen Leitung. Ein Testangebot gebe es nicht, sagt Kühlborn. Wer als Mitarbeiter nicht geimpft oder genesen sei, müsse für einen aktuellen Test sorgen und den Nachweis darüber erbringen. Der Landkreis appelliere an seine Beschäftigen, sich impfen zu lassen.

Bei der Bäckerei Amthor seien die Mitarbeiter nach Ankündigung der 3G-Regelung am Arbeitsplatz im E-Mail-Chat informiert worden, sagte Geschäftsführer Marcel Simon. Telefonisch mussten die etwa 150 Mitarbeiter ihren Impfstatus melden. Wer sich nicht meldete, wird als ungeimpft eingestuft, erklärte Simon. Etwa zehn Prozent der Beschäftigten seien nicht geimpft. Sie müssten zu Arbeitsbeginn ein negatives Testergebnis digital vorlegen. Eine Testung durch den Betrieb sei wegen der 15 Standorte nicht möglich, ergänzte der Bäckermeister. Er gehe davon aus, dass sich die meisten der nicht geimpften Mitarbeiter noch impfen lassen.

Amthor-Mitarbeiter, die einen Test brauchen, stießen am Mittwoch auf ein neues Problem, sagte Simon gestern: Viele konnten keinen Testtermin bekommen.

Bei VW in Baunatal wird an den Eingängen streng kontrolliert: Seit Beginn der Frühschicht am Mittwoch dürfen nur noch Mitarbeiter das Werk betreten, die die 3G-Regel erfüllen.

Neue hessische Corona-Verordnung

Ab heute gelten in Hessen verschärfte Corona-Regeln, die von der Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern abhängen, der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz, die derzeit bei 4,43 liegt. So gilt etwa für Clubs die 2G-plus-Regel. Der Eintritt ist nur noch für geimpfte oder genese Personen plus tagesaktuellem Schnelltest möglich. Für Jugendliche reicht das Schülertestheft. Grundsätzlich gibt es eine Testempfehlung für private Treffen auch für Geimpfte und Genesene. (Bernd Schünemann und Matthias Müller)

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