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Kraniche ziehen wieder über Hofgeismar

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Von: Bernd Schünemann, Bea Ricken

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Drei Kraniche, die im Naturschutzgebiet Glockenborn bei Wolfhagen rasten.
Kraniche ziehen wieder über die Region in ihre Brutgebiete. Diese Vögel rasteten im Naturschutzgebiet Glockenborn bei Wolfhagen. © Carsten Linde

Die Kraniche sind wieder da: Mit trompetenartigen Rufen überqueren sie dabei auf ihrer Zugroute auch den Raum Hofgeismar.

Reinhardswald – Tausende sind in den vergangenen tagen aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. Die Vögel sind in Eile, weil sie Brutplätze finden müssen. Die ersten Paare werden schon bald mit der Balz beginnen. Auf dem Weg in Richtung Norden machten die Tiere auch im Landkreis Kassel Rast: Auf Feldern bei Istha und Martinhagen sowie im Naturschutzgebiet Glockenborn wurden sie gesichtet.

Spannung am Reinhardswald

Am Reinhardswald ist man gespannt, ob dort wieder Kraniche brüten. 2021 hatte in dem Waldgebiet erstmals in Hessen ein Paar einen Jungvogel großgezogen.

Der Naturschutzbund Hessen (NABU) ruft in einer Pressemitteilung dazu auf, Kranich-Beobachtungen unter kranich-hessen.de zu melden. Die Zählung diene dazu, mehr Daten über das Zugverhalten der Tiere zu sammeln, um so zum Beispiel ihre Rastplätze besser schützen zu können.

250.000 ziehende Kraniche erwartet

In den kommenden Wochen erwartet der Naturschutzverband bis zu 250.000 Kraniche am Himmel über Hessen. Die Vögel fliegen von ihren Winterquartieren in Nordfrankreich und Spanien zu ihren Brutgebieten nach Nord- und Ostdeutschland sowie nach Nordeuropa.

Die Kraniche ziehen nach Angaben des NABU vor allem die Rheinebene entlang und weiter über Mittel- und Osthessen hinweg in Richtung Weser. Sie rasten in den Auen von Rhein und Main, in der Wetterau sowie in den Flusstälern von Weser, Werra, Fulda, Lahn und Eder.

„Die Zahl der Kraniche hat sich in den vergangenen 30 Jahren verzehnfacht“, sagt Gerhard Eppler, Vorsitzender des NABU-Landesverbands Hessen. Das hänge vor allem mit den verkürzten Zugwegen und einem großen Bruterfolg zusammen. Durch die Klimaerwärmung sei es für viele Kraniche nicht mehr nötig, im Winter bis nach Südspanien oder Nordafrika zu ziehen. Viele Vögel überwinterten an großen Seengebieten wie dem Marnestausee in Nordfrankreich. (Bea Ricken/Bernd Schünemann)

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