Appell an Eigentümer

Brandermittler warnen: In vielen Häusern im Kreis Kassel fehlt der Rauchmelder

Kreis Kassel. Obwohl eine gesetzliche Rauchmelderpflicht für Schlafräume und Kinderzimmer besteht, fehlen noch immer in vielen Häusern des Landkreises Kassel solche Melder.

Das berichten die Brandursachenermittler der Kasseler Kripo. Bei den ermittelten Fällen der Kripo wird die Zahl der fehlenden Rauchmelder auf einen zweistelligen Prozentsatz geschätzt.

Das bestätigt Stephan Dithmar vom zuständigen Kommissariat 11, der in vielen Fällen die Ermittlungen zur Ursache von Bränden in Stadt und Landkreis Kassel führte: „Nicht selten mussten wir in letzter Zeit feststellen, dass die vorgeschriebenen Rauchmelder in Häusern und Wohnungen teilweise oder sogar komplett fehlen.“ Die schweren gesundheitlichen Schäden, die bereits kleinere, zu spät entdeckte Brände und giftiges Rauchgas verursachen können, sowie materieller Schaden, sei vielen gar nicht bewusst. Für das Ermittlungsverfahren kann ein fehlender Rauchmelder bedeuten, dass gegen den Eigentümer wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung oder gar der fahrlässigen Tötung ermittelt werde.

Statistisch erfasst werden fehlende Rauchmelder bei der Polizei nicht. Mehrere Fälle in Stadt und Landkreis Kassel zeigten, dass Rauchwarnmelder Leben retten können. So verdanken zwei hilflos in ihren Wohnungen liegende Menschen aus Fuldatal und Hofgeismar ihr Leben den Rauchmeldern, da in beiden Fällen Nachbarn durch das Piepen auf den Brand aufmerksam wurden und einen Notruf absetzten. Die Fälle ereigneten sich im Mai 2017 und im März 2018.

„Die Schäden, die durch Feuer entstehen, sind oft nicht das Schlimmste. Die Rußablagerungen sind gesundheitsgefährdend und müssen in der Regel von Spezialfirmen beseitigt werden. Dadurch können schnell Kosten im fünfstelligen Bereich entstehen“, so Dithmar.

Geldbuße bis zu 500.000 Euro droht

Die Rauchmelderpflicht ist in Hessen in § 14 der Hessischen Bauordnung geregelt. Alleine das Fehlen der vorgeschriebenen Rauchmelder, ohne dass es zum Brand kommt, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die nach dem Gesetz mit Geldbuße bis zu 500 000 Euro geahndet werden kann. Zu dem unschlagbaren Argument für die Lebensrettung kommen zudem die möglichen nicht unerheblichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen für Eigentümer von Wohnraum hinzu. Stellen die Ermittler nach einem Brand das Fehlen von Rauchmeldern fest, wird dies in der Akte entsprechend dokumentiert und weiteres finanzielles – bei Personenschäden sogar strafrechtliches – Ungemach droht. Ob die Versicherung in vollem Umfang in Leistung tritt, entscheidet im Einzelfall zudem der jeweilige Versicherer.

Rubriklistenbild: © Foto: Franz-Peter Tschauner/dpa

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