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Kreis Kassel setzt auf Wasserstoff

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Von: Bernd Schünemann

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Ein Müllauto steht auf einem Betriebsgelände.
Noch fahren im Kreis Kassel herkömmliche Müllautos. Der Landkreis will künftig zwei Müllwagen mit selbst hergestelltem Wasserstoff betanken. © Lacroix, Judith

Der Kreis Kassel will einen großen Schritt in Richtung Klimaschutz machen. Ab Ende 2022 sollen zwei Lastwagen der Abfallentsorgung des Kreises mit „grünem“ Wasserstoff fahren.

Hofgeismar – Diese umweltfreundliche Energie will der Entsorgungsbetrieb mit Strom aus den eigenen Fotovoltaikanlagen auf der Mülldeponie in Hofgeismar selbst herstellen. Die Anlage soll im ersten Schritt so viel Wasserstoff liefern, dass damit zwei Fahrzeuge betrieben werden können, erklärte Betriebsleiter Uwe Pietsch.

Für den Kauf der Lastwagen mit Brennstoffzellenantrieb habe der Abfallbetrieb bereits Förderanträge gestellt, sagte Pietsch. Eine Wassserstoff-Tankfüllung reiche für mehr als 200 Kilometer: „Genug, um sie im normalen Betrieb einzusetzen“. Die Fotovoltaikanlage liefere mehr Strom, als auf der Deponie verbraucht werde. Damit stehe saubere Energie für die eigene Wasserstoff-Herstellung zur Verfügung.

Uwe Pietsch
Uwe Pietsch © Thomas Thiele

Nur wenn mit erneuerbarer Energie gearbeitet wird, entstehe „grüner“ Wasserstoff, bei dessen Herstellung keine Emissionen anfallen, ergänzte der Betriebsleiter. Er erwartet, dass der Ersatz von zwei konventionellen Dieselfahrzeugen jährlich mehr als 76.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen (CO2) einspart.

Die Elektrolyseanlage, die den Wasserstoff herstellt, entsteht auf dem Entsorgungszentrum Kirschenplantage. Bei Planung und Umsetzung will der Kreis mit dem Immenhäuser Unternehmen Sera zusammenarbeiten. Die Anlage werde so konzipiert, dass sie erweitert werden kann, kündigte der Kreis an. Für den Bau rechnet Pietsch mit Kosten von rund 2,3 Millionen Euro. Auch dazu – wie für den Fahrzeugkauf – gibt es Fördergeld. Pietsch rechnet mit Betriebskosten von jährlich etwa 120 000 Euro, verweist aber auch auf Einsparungen beim Diesel.

Landrat Uwe Schmidt hofft, „dass wir damit beispielgebend auch für die regional ansässige Privatwirtschaft sein können“. Die derzeit einzige öffentliche Wasserstoff-Tankstelle steht nach Angaben von Sera am Lohfeldener Rüssel. In Stadt und Kreis Kassel gibt es derzeit vier Autos mit Wasserstoffantrieb. (Bernd Schünemann)

30 Mülllastwagen für den Kreis unterwegs

Zur Entsorgungsflotte der Abfallentsorgung des Landkreises Kassel gehören derzeit etwa 30 dieselgetriebene Lastwagen. Sie sammeln die unterschiedlichen Abfälle wie Rest- und Bioabfall, Papier sowie Sperrmüll größtenteils im nördlichen Kreisgebiet ein. Projekte zur Herstellung von grünem Wasserstoff gibt es laut Landkreis insbesondere in Nordrhein-Westfalen. Unter anderem wird in Wuppertal Wasserstoff produziert. ber

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