Zahl der Mitarbeiter der Bereitschafts-Hotline aufgestockt

Kreis: Mehr Einsätze durch Notdienst-Reform

Hofgeismar. Hessenweit gibt es Kritik an der Neuregelung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Laut HR-Medienberichten hängen Patienten zu lange in der Warteschleife der Bereitschafts-Hotline oder weichen gleich auf Notruf oder Notaufnahme aus. Auch der Landkreis Kassel sieht Probleme. Grundsätzlich sei man aber mit der Umsetzung zufrieden, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Vize-Landrätin Susanne Selbert hatte ursprünglich gefordert, die telefonische Anlaufstelle für den Bereitschaftsdienst bei der Rettungsleitstelle der Feuerwehr anzusiedeln. Dann könne besser entschieden werden, ob es ein Fall für Not- oder Hausarzt sei. Das hält der Kreis weiter für den besseren Weg. Doch stattdessen landen die Anrufer unter der 116 117 hessenweit in zwei zentralen Callcentern. Und dort verständige man eher den Notarzt - auch wenn das oft unnötig sei. „Die Zahl der Notarzt-Einsätze nimmt deshalb zu“, sagt Kühlborn.

Der Kreis habe auch von Senioreneinrichtungen Rückmeldungen bekommen, dass es teilweise zu lange Wartezeiten in der Hotline gegeben habe. Gerade wenn schnelle Entscheidungen nötig wären, hätten sich diese lieber direkt an den Hausarzt gewandt. Hintergrund: Die für die Reform verantwortliche Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) war durch die heftige Grippewelle überrascht worden. Besonders am Samstag- und Sonntagvormittag seien die Wartezeiten inakzeptabel gewesen, sagt KV-Sprecher Karl Matthias Roth.

Doch man habe reagiert: Arbeiteten im Kasseler Callcenter im Oktober noch 25 Mitarbeiter, seien es im März 43 gewesen. Man gehe davon aus, dass man damit Abhilfe geschafft habe.

Die KV teilt auch nicht die Einschätzung des Kreises im Bezug auf die Notarzteinsätze: Die Zahl steige zwar, doch es gebe keine Belege dafür, dass dies an der Neuregelung liege. Belastbare Zahlen fehlen momentan.

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