Einziges Krankenhaus Nordhessens

Kreisklinik Hofgeismar erweitert Behandlungsangebot: Brüche schneller heilen

Oberärztin Dr. Kerstin Wielsch und Chefarzt Dr. Peter Hülsmann präsentieren einen Teil der Instrumente, die für die Illuminoss-Technik notwendig sind.
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Sie helfen bei Frakturen: Oberärztin Dr. Kerstin Wielsch und Chefarzt Dr. Peter Hülsmann präsentieren einen Teil der Instrumente, die für die Illuminoss-Technik notwendig sind.

Wer einen Knochenbruch erleidet, der möchte diesen gut behandeln lassen und wünscht sich zudem eine schnelle Genesung. In der Kreisklinik Hofgeismar ist dies möglich.

Hofgeismar - Als nach eigenen Angaben einziges Operationszentrum in Nordhessen bietet die Kreisklinik in Hofgeismar Betroffenen eine neue Behandlungsmöglichkeit an, die die Knochen schneller heilen lassen soll – die sogenannte Illuminoss-Technik.

„Diese ist für die minimal-invasive Ausrichtung und Korrektur bei Knochenbrüchen ausgelegt“, sagt Dr. Peter Hülsmann, Chefarzt und Leiter der Unfallchirurgie. Das bedeutet, dass im Bereich des Eingriffs nur eine kleine Schnittstelle entsteht. Der gebrochene Knochen wird dabei von innen unterstützt. „Dem Patienten wird durch einen Kanal im Knochen ein Implantat eingesetzt. Dieses wird mithilfe eines Ballonkatheters mit kleinen Molekülen befüllt, dehnt sich aus und sorgt für Stabilität und Festigkeit des beschädigten Knochens“, erklärt Oberärztin Dr. Kerstin Wielsch.

Operation nicht für Kinder geeignet

Diese Methode sei allerdings nicht für Kinder geeignet, betont die Medizinerin. „Der Knochenbau bei jungen Menschen verändert sich noch.“ Ein festes, endgültiges Implantat im Knochen wäre dabei nicht hilfreich.

Geeignet ist die Operationsmethode laut Hülsmann für Patienten, die schwere Osteoporose oder eine schlechte Durchblutung haben oder unter Tumorfrakturen leiden. „Der Vorteil ist, dass wir durch das Verfahren eine rasche Reparatur sicherstellen können. Während Patienten mit einem Gips rund sechs bis acht Wochen zu tun haben, dauert die Aushärtungsphase des Ballons sechs bis zehn Minuten“, sagt Wielsch. Ein Krankenhausaufenthalt verkürze sich für den Patienten deutlich, und er sei schneller wieder mobiler als mit Gips.

Dass es diese Behandlungsmöglichkeit nun in der Hofgeismarer Kreisklinik gibt, ist unter anderem Wielsch zu verdanken. Sie hat ihre Doktorarbeit über das Verfahren geschrieben und es Hülsmann vorgestellt. „Man braucht einen Chefarzt, der sich auf neue Wege einlässt, der aber auch kritisch schaut. Im Sinne des Patienten und der Wirtschaftlichkeit“, sagt sie. (Nela Müller)

Behandlung für Klinik lukrativ

Die Kreisklinik Hofgeismar bekommt die Lichtbox, mit der das Implantat am Ende des Eingriffs erhärtet wird, von der Firma Illuminoss Medical GmbH kostenlos gestellt. „Wir müssen lediglich für die Materialkosten aufkommen“, sagt Dr. Peter Hülsmann. Für das Krankenhaus sei das eine gute Sache. „Insgesamt ist diese Behandlung für uns lukrativ. Wir sind ein kleines Haus, aber mit einer modernen und schnellen Methode“, sagt der Mediziner, der seit 34 Jahren Unfallchirurg ist.

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