Kreisklinik-Hofgeismar: Protest gegen Reformpläne

Setzten mit grünen Luftballon ein Zeichen gegen die Krankenhaus-Reform: die Mitarbeiterinnen Dagmar Aßhauer (von links), Birgit Nolte, Heike Happ und Nina Warkentin. Foto: Ziemann

Hofgeismar/Kassel. Die Kreisklinik Hofgeismar und Krankenhäuser in ganz Deutschland wehren sich zurzeit vehement gegen die von der Bundesregierung geplante Krankenhaus-Reform.

Der Protest gegen die Pläne sollte gestern auch der Öffentlichkeit deutlich gemacht werden: Das Hofgeismarer Krankenhaus und weitere Kliniken der Gesundheit Nordhessen setzten dazu mit grünen Luftballons und roten Karten mit der Aufschrift „Krankenhaus-Reform - so nicht“ ein Zeichen.

„Es ist eine dramatische Situation für uns“, sagte der Vorstand der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), Karsten Honsel, gestern bei einer Pressekonferenz im Klinikum Kassel. Ein Beispiel: Der geplante Wegfall des Versorgungszuschlages ab Januar 2017 werde die vier GNH-Kliniken in Hofgeismar, Kassel, Wolfhagen und Arolsen 2,2 Mio. Euro kosten. Das seien umgerechnet rund 40 Vollzeitkräfte.

Speziell kleine Krankenhäuser wie die Hofgeismarer Klinik hätten mit Personalabbau und dem nicht Wiederbesetzen von Stellen zu kämpfen. „Wenn auf einer Station mit 20 Mitarbeitern einer wegfällt, kann man die Arbeit noch auffangen“, sagt Bernd Tilenius, Geschäftsführer des Hofgeismarer Krankenhauses. „Wenn aber zum Beispiel nachts sowieso nur eine Kraft arbeitet, kann ich da natürlich kein Personal abbauen.“

Die Zahl der Patienten in der Hofgeismarer Klinik steigt laut Tilenius jährlich um etwa drei Prozent. Dem stehe gegenüber, dass die Mitarbeiter durch Fluktuation weniger geworden seien, weil die Stellen nicht nachbesetzt worden sind. Dagmar Aßhauer arbeitet seit 18 Jahren im Krankenhaus in Hofgeismar. „Bei dem Protest geht es nicht um unser Gehalt, sondern um den Erhalt der medizinischen Versorgung in der Spitze Nordhessens“, sagte die 54-Jährige. „Wir müssen unseren jetzigen Personalstand mindestens halten, besser noch aufstocken, damit wir angemessen arbeiten können.“

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